Rally adé, willkommen Arena-Rennsport
Fabian Sasse, 17.06.2012
Kauf ich es mir? Kauf ich es mir nicht? Diese Frage stellt sich wohl jeder, der dem Rennspiel DiRT Showdown kritisch gegenüber steht. Besonders langjährige Fans der DiRT Reihe und Rally Rennsport-Begeisterte. Ob DiRT Showdown trotzdem einen Kauf wert ist, zeigen wir euch in unserem Testbericht. Dafür haben wir sowohl die PlayStation 3 als auch die Xbox 360 Version von Showdown auf Herz und Nieren geprüft.Bevor es losgeht...
... kommt auf der PS3 zuerst die Installation - diese dauert keine fünf Minuten. Auf der Xbox 360 ist sie optional und trägt gerade bei der alten Version der Konsole zu einer Reduzierung des Geräuschpegels durch nicht benötigte Nutzung des DVD Laufwerkes während dem Spielen bei. Wird anschließend DiRT Showdown gestartet konfrontiert uns das Spiel sofort mit der Frage, ob wir einen VIP Pass Code eingeben wollen. Das muss nicht sofort geschehen und kann auch später noch im Optionsmenü nachgeholt werden.
Der VIP Pass Code schaltet zwei exklusive Autos frei, bietet zusätzlich weitere Liveries zur Individualisierung der Fahrzeuge und ermöglicht den Upload von kurzen Videoschnipseln auf Youtube.
Hat man DiRT Showdown gebraucht erworben und wurde der VIP Pass bereits eingelöst, kann selbiger über den Xbox Live Marketplace oder das Sony PSN nachgekauft werden.
Stunts, Crashes und Spaß
Wann kann ich endlich selber durch die Arena heizen?
Jetzt, denn das Intro geht direkt über in die Steuerung für den Spieler. Insgesamt umfasst das gezeigte Rennen drei Runden und nach der Übernahme der Kontrolle steht noch etwas mehr als eine Runde aus. Gar nicht lange nachgedacht und schon ist klar, Simulation gibt es hier kaum, vielmehr ist es ein knallhart auf Arcade getrimmtes Fahrverhalten, das zügig funktioniert. Jetzt noch schnell gewinnen oder wenigstens den dritten Platz erreichen und der Einstig in die Showdown Tour ist gesichert.
Ist das erste Rennen mit kurzer Dauer beendet, kann anschließend zwischen vier Meisterschaften entschieden werden. Allerdings ist nur die Erste freigeschaltet, sodass gar nicht erst die Qual der Wahl aufkommt. Die Meisterschaft verfügt über dreizehn Events. Jedes findet an einem anderen Ort auf der Landkarte statt. Den Anfang machen Miami und San Francisco - wir können aus beiden frei wählen. Nun fehlt nur noch das Auto. In Miami haben wir schon am Anfang - überraschenderweise - die Auswahl zwischen acht Fahrzeugen.
Hat man die kurze Ladezeit überstanden, kann das Rennen in Miami gleich losgehen. Angespornt von den Lautsprecheransagen des Kommentators möchte man natürlich Erster werden. Wäre das nur so einfach, denn durch zu abruptes Lenken kann man schnell gegen die nächste Wand fahren und die Gegner ziehen vorbei.
Was das Miami-Rennen besonders auszeichnet, sind die vielen Rampen und Kurven, aber auch einige Geradeausstrecken auf denen man sein Nitro, ein Novum bei einem Spiel der DiRT Reihe, gerne beherzt einsetzen darf.
DiRT Showdown - Miami Eliminator Rennen
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Schneller, stärker, toller
In den folgenden Rennen ist die Auswahl deutlich eingeschränkter, denn ab sofort zählt nur noch der Sieg und das damit erworbene Geld um sich einen schnelleren, stärkeren oder haltbareren Untersatz kaufen zu können. Richtig gelesen, die Fahrzeuge haben unterschiedliche Kriterien nach denen sie eingestuft werden, doch mehr als eine Balkenskala in den drei zuvor genannten Kriterien gibt es nicht. Soll heißen, wenig ausgefüllte Balken bedeutet geringe Ausbeute in diesem Bereich, viele ausgefüllte Balken heißen besser, schneller, stärker, toller.
Stören tut das aber nicht. Auch ohne offizielle Markennamen rast es sich gut und die Autos haben Ähnlichkeit mit bekannten Vorbildern amerikanischer, asiatischer oder europäischer Herkunft. Nicht gespart wurde auf jeden Fall bei der Zahl der zur Verfügung stehenden Vierräder. PKW im herkömmlichen Sinne sind es nämlich nicht durchweg, auch mächtige Trucks, also richtig fette Pick-Ups oder auch Transporter und Off-Road Vehikel aus Spezialklassen werden geboten. Je nach gerade anstehendem Renntyp können unterschiedliche Autos gekauft und genutzt werden.
Einfach, schwerer und frustrierender
Das bereits angesprochene Tuning hilft besonders im späteren Verlauf der Karriere die Gewinnchancen zu erhöhen. Zu Beginn fahren sich die Rennen kinderleicht, es werden Siege und Punkte bei Crash-Rennen eingefahren, dass man fast denkt, Codemasters hätte die Prüfung des Schwierigkeitsgrades vergessen. Herausfordernd wird es jedoch spätestens ab der vierten Meisterschaft, der Legende. Bis man es dahin geschafft hat sind ein paar Spielstunden ins Land gezogen und mit jeder neuen Meisterschaft hat neben dem Schwierigkeitsgrad auch die Zahl der Rennen zugenommen.
Auch die Vergabe der Punkte beispielsweise bei Rampage Rennen, also der Demolition Derby Disziplin, ist nicht immer eindeutig erkennbar. Ab und an wird der Eindruck erweckt, der Zufall oder das Glück entscheiden darüber, ob beim Hinabstoßen eines Gegners von einer Plattform auch wirklich der Spieler die dicke Belohnung kassiert oder der hinter mir fahrende Gegner, der Sekundenbruchteile nach mir auch noch sein Karosserieblech am herabfallenden Kontrahenten hatte. Das gleiche betrifft auch Kollisionen insgesamt, denn selbst hier ist nicht immer erkennbar, nach welchen Kriterien DiRT Showdown entscheidet, wer die Punkte erhält und vor allem auch, wann es überhaupt Punkte gibt.
Wenig begeistern kann auch die Auswahl der Rennstrecken. Im Prinzip kann gesagt werden, wer die vorherigen DiRT Teile gespielt hat, kennt auch die Strecken in Showdown. Hier wurde Recycling auf höchstem Niveau betrieben. Ab und an eine Rampe eingebaut, viel Feuerwerk, ein wenig mehr Objekte am Streckenrand und schon waren die "neuen" Rennstrecken fertig. In diesem Punkt hätte Codemasters wirklich etwas kreativer sein können und es bleibt nur die Hoffnung, dass bei DiRT 4 wieder jede Menge neuer Inhalte präsent sind.
Grafik, Sound und ein dumpfer Stoß
Beeindruckend und alles andere als frustrierend ist hingegen erneut die Grafik. Selbst wenn sich gegenüber dem inoffiziellen Vorgänger DiRT 3 nicht viel getan hat, es sieht einfach umwerfend aus. Die EGO Engine beweist auf ein Neues, wie genial Lichteffekte aussehen können, wie beeindruckend Zuschauer auf die Action der Strecke reagieren können, und wie die gesamte Präsentation passt. Dazu kommt auch in DiRT Showdown sowohl auf PS3 als auch Xbox 360 ein unglaublich flüssiges Spiel. Die Framerate bricht zu keiner Zeit ein, es ist immer schnell und selbst die Ladezeiten sind in akzeptablem, wenn auch optimierungsfähigem Rahmen angesiedelt.
Showdown-Tour abgeschlossen, was nun?
Klickt man auf das Feld "Online", öffnet sich die sogenannte Spielerlobby. Dort wird das aktuelle Level und das gesammelte Geld aus den Online-Partien angezeigt. Hat man das Eventmenü aufgerufen kann aus fünf Kategorien gewählt werden. Party, Demolition, Hoonigan, Kurse oder Alles.
Bei Party ist sozusagen alles erlaubt. Bei den anderen geht es immer um etwas anderes. Um die Suche zu verkürzen empfehlen wir die Kategorie "Alles" zu wählen. Dort wird man automatisch einem Event zugeteilt.
Ein Negativpunkt im Online-Multiplayer ist die kurze Auswahlzeit des Gefährts. Es stehen dafür gerade einmal 25 Sekunden Zeit zur Verfügung. Meistens muss man auch noch zwischen zwei Fahrzeugkategorien wählen, sodass die Zeit meistens unheimlich knapp wird.
Im Prinzip reichen der Splitscreen und der Online-Multiplayer völlig aus. Die Racenet-Events sollte man nur nutzen, wenn man sich auch im Racenet von Codematers registrieren möchte. Als Bonus für die Registrierung erhält man unter anderem ein Bonusauto, welches das Logo von DiRT Showdown trägt. Ebenfalls als Bonus bekommt man 20.000 Geld für Upgrades.