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F1 2016 Test

F1 2016 im Test: Schneller Rohdiamant mit einigen Abstrichen


Sebastian G., 25.08.2016
n/a Bereits zum siebten Mal präsentiert sich ein Formel 1 Rennspiel von Codemasters auf PC und Konsolen. Waren die anfänglichen Titel noch mit für ihre Zeit tollen Features gespickt, wussten F1 2014 sowie F1 2015 nicht sonderlich zu überzeugen.
Endlich jedoch hat das britische Entwicklerstudio eine Schippe draufgelegt: Zum zweiten Mal geht die F1-Serie auf der aktuellen Konsolen-Generation an den Start, was den Entwicklern endlich Kapazitäten zum Hinzufügen von Extra-Funktionen eröffnet hat.

Ob diese das (Hobby-)Rennfahrerherz höher schlagen lassen können oder die Serie erneut Federn lassen muss lest ihr hier im Test zur PC Version von F1 2016.



Inhalt und neue Features

Während in den vergangenen Jahren immer mal wieder auf Bonus-Inhalte aus anderen Jahrgängen gesetzt wurde, konzentriert sich F1 2016 ausschließlich auf die aktuelle Saison und deren 22 Fahrer aus 11 Teams. Bei der Auswahl an Modi hingegen setzt man sowohl auf altbewährtes als auch Fan-Favoriten:

Endlich wieder dabei ist ein echter Karriere-Modus, in dem sich Spieler über einen Zeitraum von 10 (!) virtuellen Jahren an die Spitze der Welt fahren können. Diesen gibt es sogar gleich in zwei Ausführungen: In der Standard-Variante stehen uns Dinge wie die Auswahl der Sessionlänge oder KI-Schwierigkeit frei, in der Pro-Version fahren wir nach Original-Vorbild mit 100% der realen Rennlänge ohne Fahrhilfen gegen die schwersten KI-Gegner, die das Spiel zu bieten hat; vom Neuling bis zum Simulations-Veteran wird also für jeden etwas geboten.

Karriere-Modus: Die erste Spielstunde mit jeder Menge neuer Inhalte

Schauen wir uns zunächst den Karriere-Modus an. Während dieser in den vergangenen Jahren in der F1-Serie schmerzlich vermisst wurde, hat man bei Codemasters für 2016 alles daran gesetzt die Hauptattraktion des Spiels für ihre Wiedereinführung kräftig aufzupolieren.

n/a Zunächst erstellen wir ein Fahrerprofil: Hierfür suchen wir uns einen von zwanzig (ausschließlich männlichen) Charakteren aus, der später das virtuelle Steuer übernimmt oder bei der Siegerehrung Champagner versprühen darf. Außerdem gewählt werden darf eins von zweiundzwanzig Helm-Designs sowie eine persönliche Startnummer. Nach Angabe eines Namens für unseren virtuellen Piloten geht es ab zur Teamwahl.

Im Gegensatz zu früheren Iterationen des Karriere-Modus haben wir hier gleich die Wahl zwischen allen elf Teams. Trotzdem ist nicht alles Gold was glänzt: Die Teams sind in drei Kategorien aufgeteilt - entscheiden wir uns beispielsweise für Mercedes AMG, werden wir unsere Karriere zwar im schnellsten Fahrzeug beginnen, als Fahrer eines Top-Teams sind aber auch die Erwartungen an uns extrem hoch und der Raum für Verbesserungen klein. Andersherum ist es bei den Hinterbänklern: Niedrige Erwartungen und viel Spielraum für Weiterentwicklungen am Fahrzeug stehen einer etwas schlechteren Ausgangsperformance des fahrbaren Untersatzes gegenüber – zusätzlich gibt es einen kleinen Bonus für unsere Punktbewertung und damit die Online-Rangliste.

n/a Haben wir uns für ein Team entschieden, geht es sogleich zum Saisonauftakt in Melbourne. Hier begrüßt uns im Motorhome unsere Agentin und gibt uns einen kurzen Überblick darüber, wie Sie uns im Laufe des Spiels behiflich sein wird, was beispielsweise bei einem Aufstieg unsererseits in der Team-Hierarchie der Fall ist.
Als nächstes folgt der zentrale Anlaufpunkt des Karriere-Modus – ein Laptop. Auf diesem etwas unscheinbaren Gerät finden sich die meisten für uns relevanten Informationen wie der aktuelle Wetterbericht, der derzeitige Meisterschaftsstand sowie einige Daten zu unserem Avatar, eine Tutorial-Ecke mit Videos zu diversen Fahrsituationen und schließlich ein Kopf-an-Kopf-Vergleich mit unserem Rivalen, einer Art Gegenüberstellung in der wir Punkte sammeln, wann immer wir in Qualifikation oder Rennen bessere Leistungen erzielen als der vorgegebene Rivale (zunächst der Teamkollege, später ein in der Fahrer-Weltmeisterschaft ähnlich liegender Pilot), sei es durch bessere Sektorzeiten oder Podiumsbesuche.

Neu in der F1-Serie sind hier zusätzlich eine Anzeige für unsere aktuelle Stellung im Team, die grob anzeigt, ob wir den Erwartungen der Führungsebene entsprechen und wie nahe wir einer Beförderung stehen. Dabei können Punkte durch die Erfüllung von indiduellen Zielvorgaben in Qualifikation und Rennen sowie durch das Schlagen des Teamkollegen gesammelt werden.

n/a Der wichtigste neue Menü-Punkt aber dürfte R&D sein: Dies steht für Research and Development (Forschung und Entwicklung) und lässt erstmalig Verbesserungen am Fahrzeug während der Saison zu. Upgrades können vor jeder Session via Laptop in Auftrag gegeben werden, kosten jedoch Ressourcen-Punkte, welche wir wiederum durch das Erfüllen verschiedener Ziele während der Rennwochenenden verdienen.

Sammeln wir genug Punkte, um unseren fahrbaren Untersatz bestmöglich auszustatten, kann es potenziell auch ein Hinterbänkler-Wagen mit den Großen des Sports wie Mercedes AMG oder Ferrari aufnehmen - zumindest mit einem Spieler am Steuer. Bei den KI-Piloten konnten wir leider keine Steigerung der Renn-Performance feststellen.

Jetzt aber auf ins Cockpit!

War es in den Vorgängern noch möglich, kurze Rennwochenenden bestehend aus nur einer Qualifikation und einem Rennen zu fahren, ist das Starten einer Trainingssession nun zumindest im Karriere-Modus Pflicht: Hier nämlich gilt es, neben Änderungen am Setup Herausforderungen zu bestreiten, um Ressourcen-Punkte für das Research and Development-Programm zu verdienen.

Zunächst geht es dabei um das Lernen der Strecke, indem wir maximal drei Runden lang der Ideallinie folgen und virtuelle Tore durchfahren. Desto mehr davon aufeinanderfolgend mit hohem Tempo absolviert werden, desto mehr Punkte gibt es als Belohnung.

Als zweites steht reifenschonendes Fahren auf dem Plan: 4 Runden lang versuchen wir, unsere Reifen so pfleglich wie möglich zu behandeln, gleichzeitig jedoch eine Zielzeit zu unterbieten. Klingt einfach, ist aber insbesondere mit Gamepad oder ohne Einsatz von Fahrhilfen ein echter Balanceakt und beschert einigen Spaß.

Als letztes steht eine schnelle Runde unter Qualifikations-Bedingungen auf der Tagesordnung: Mit weichen Reifen geben wir alles, um eine Positionsvorgabe des Teams zu unterbieten. Schaffen wir dies, gibt es erneut eine große Anzahl von R&D Punkten.

F1 2016 - PC Gameplay - Azerbaijan // Regen

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Nebenbei erledigen wir noch einige Sekundär-Herausforderungen, die jedoch oft so einfach sind, dass Sie bei Erfüllung der Hauptkriterien fast immer mit erfüllt werden.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Entwicklungs-Herausforderungen zwar Spaß machen und nützlich für das Erlernen der einundzwanzig zu befahrenden Rennstrecken des Jahres 2016 sind, jedoch ziemlich schnell langweilig werden, da an jedem Rennwochenende die exakt gleichen Ziele im Vordergrund stehen. So verkommen die 8 bis 10-ründigen Herausforderungen nach einigen Rennen zu einer nervigen Prozedur, insbesondere da hier etwa die Hälfte der möglichen R&D Punkte verdient werden. Etwas mehr Abwechslung mit unterschiedlichen zu absolvierenden Testprogrammen wäre wünschenswert gewesen.

Weiter geht es mit der Qualifikation. Hierbei hat sich im Vergleich mit den Vorgängern wenig getan. Es stehen die drei altbekannten Arten der Qualifikation zur Verfügung: 1-Shot, Einzel-Sitzung sowie Original (3-teilig). Unabhängig von der getroffenen Wahl versuchen wir natürlich unser Bestes um unseren Wagen so gut wie möglich fürs Rennen zu platzieren, wobei wir im 3-teiligen Qualifikationstraining darauf achten, unsere Reifen nicht zu sehr heranzunehmen - das Rennen muss schließlich auf gebrauchten Reifen aus dem Q2 gestartet werden.


n/a Nun aber auf ins Rennen: Nach einer kurzen Streckenübersicht durch den bekannten TV-Kommentator Heiko Wasser (englische Sprachausgabe: David Croft) entscheiden wir uns für die hoffentlich optimale Menge an Benzin sowie eine von zwei Strategien.

Ganz wie in der Realität müssen von den drei zur Verfügung stehenden Härtegraden zwei verschiedene genutzt werden. Hierzu zeigt das Spiel einen nützlichen Graphen, der nach Wunsch unter Einbeziehung der Reifenverschleiß-Herausforderung aus dem Training anzeigt, wie weit wir wohl mit welcher Reifenmischung kommen werden. Passt uns keine der vorgeschlagenen Strategien, können wir aber auch selber Hand anlegen und manuell bestimmen, welche Reifen zu welchem Zeitpunkt montiert werden sollen.

Gleich am Start bemerken wir ein weiteres neues Feature: Den manuellen Start. Hierbei halten wir via Knopfdruck die Kupplung offen und die Drehzahl auf optimalem Niveau. Beim umschalten der Ampel gilt es also nicht nur simpel Gas zu geben, sondern auch im richtigen Moment die Kupplung loszulassen. Wer dies beherrscht darf sich über einen kleinen Bonus im Karriere-Score und potenzielle Positionsgewinne freuen.

Sind wir erst einmal unterwegs bleibt vieles beim alten. Wir spulen im Infight mit unseren Konkurrenten Runde um Runde ab und versuchen das beste aus unserem Material herauszuholen. Hierbei zur Seite steht uns eine weitere Neuerung - zum ersten Mal in der F1 Serie ist es möglich, via Eingabe per Mikrofon (oder Steuerkreuz falls kein solches zur Verfügung steht) mit unserem Renningenieur Kontakt aufzunehmen. Dazu stehen etwa 25 verschiedene Themen zur Verfügung. Darunter Anfragen zur Wettersituation, dem Reifenstatus, der aktuellen Position unserer Kollegen oder der Ankündigung eines Boxenstops. Insgesamt handelt es sich um ein wirklich nützliches Feature, da statt langwierigem herumfuchteln mit dem Steuerkreuz nun simpel eine Taste gehalten und eine Order gesprochen werden kann, die prompt durch unseren Renningenieur, Jeff, beantwortet wird. Positiv muss auch noch angemerkt werden, dass die Kommandos auch bei etwas undeutlicher Eingabe noch gut funktionieren.

n/a Schaffen wir es mit Hilfe von Jeff am Ende des Rennens, in die Top 3 zu fahren, gibt es als kleinen Anreiz zur Wiederholung noch eine kurze Podiumssequenz, bei der Trophäen an die Avatare überreicht werden und wie beim realen Vorbild Champagner verspritzt wird. Anschließend finden wir uns im Motorhome des Teams wieder und können zum nächsten Rennwochenende springen, wo die Action erneut beginnt. Zudem werden unsere Leistungen über das gesamte Rennwochenende mit einer Punktzahl bewertet, mit der wir uns im Online-Leaderboard mit anderen Spielern vergleichen können.

Natürlich handelt es sich beim Karriere-Modus nicht um den einzigen Spiel-Modus: Wieder mit dabei sind Meisterschafts-Saison, Schnelles Rennen sowie Zeitfahren und Multiplayer - zu letzterem jedoch später mehr.


Physik und Schadensmodell

n/a Neben den neuen Modi und der Entwicklung des Fahrzeuges hat man bei Codemasters auch einige Zeit investiert um an Physik respektive Schadensmodell zu arbeiten. So besitzen die Frontflügel der Boliden nun fünf Stufen der Zerstörung und bei Kollisionen fliegen Räder nicht einfach durch die Gegend sondern werden realitätsgetreu von Kevlar-Seilen am Fahrzeug gehalten. Besonders gut ist dies zu beobachten, wenn die Schadensanfälligkeit auf die neue Stufe "Simulation" gestellt wird, bei der bereits bei leichtem Kontakt mit gegnerischen Fahrzeugen oder Leitplanken Radaufhängungen und Spoiler brechen.

Leider gilt dies offenbar weder für die KI-gesteuerten Wagen, die viele Kollisionen unbeschadet wegstecken, noch scheint man es für nötig gehalten zu haben, die weiterhin fast unzerstörbaren Hecks der Fahrzeuge ebenfalls beschädigbar zu machen - hier sind unsichtbar werdende Bruchteile des Heckspoilers das höchste der Gefühle.

Grafik und Sound

n/a Auch an der Grafik hat Codemasters ein weiteres Mal fleißig Hand angelegt und es subjektiv endlich geschafft, den Plastik-Schein der Wagen zu reduzieren. Diese sehen endlich lackiert statt wie billiges, leuchtendes Spielzeug aus, da weniger Reflexionen zu finden sind. Hinzu kommen hochauflösende Texturen für viele Oberflächen und abermals überarbeitete Effekte bei Regenwetter.

Die Menge an Details auf und abseits der Strecken sind gewohnt gut, wenngleich nicht ganz auf Niveau von Titeln wie Forza Motorsport 6: Apex. Hier fehlt es noch etwas an besserer Beleuchtung. So sieht es manchmal aus, als würden für Objekte keine Schatten berechnet.

Einen faden Beigeschmack hinterlässt zudem die Tatsache, dass die im Rahmen sämtlicher Fahr-Sitzungen gezeigten Zwischensequenzen mit 3D-Fahrer- und Boxencrew-Modellen zwar ganz ansehnlich animiert sind, aber texturqualitäts- und beleuchtungstechnisch so aussehen, als wären sie Gummipuppen.

Ebenfalls kann sich die Soundkulisse nicht mit Titeln wie RaceRoom Racing Experience messen. Die Wagen klingen wenig kernig und nicht uneingeschränkt wie die realen Vorbilder, insbesondere nachdem diese in der aktuellen Saison durch Reglement-Änderungen lauter als in der Vor-Saison brüllen dürfen.

Handling, Steuerung und KI

n/a In Sachen Fahrverhalten bleibt vieles beim Alten: Die Boliden lassen sich gewohnt präzise steuern, sowohl durch Laien als auch erfahrene Spieler. Ebenfalls als sehr gut empfanden wir die Lenkradunterstützung, welche uns mit Standardeinstellungen (und im Falle des Thrustmaster T300RS der Einstellung von 360 Grad Lenkwinkel) exzellente Kontrolle über unseren Renner erlaubt.

Obwohl viele verschiedene Tasten für die Steuerung der Wagen nötig sind, bereitet deren Standard-Belegung kaum Sorgen und alle wichtigen Funktionen sind ohne weiteres erreichbar. Alternativ können alle Tasten auch manuell zugewiesen werden.

Ebenfalls leicht verbessert kommt uns die künstliche Intelligenz vor: Mit dieser lässt sich in F1 2016 Rad-an-rad durch Kurven fahren ohne dass es zu größeren Problemen kommen würde, dazu sind die virtuellen Gegner auf höheren Schwierigkeitsgraden nicht gerade zimperlich und stechen auch in kleinere Lücken. Trotzdem kommt es noch immer vor, dass uns ein Gegner scheinbar nicht erkennt und dem Spielerfahrzeug mit voller Wucht hinten rein brettert. An dieser Stelle ist also noch Raum für Verbesserungen.

Trotzdem als positiv zu bezeichnen bleibt die Tatsache, dass der Schwierigkeitsgrad in sieben verschiedene Stufen unterteilt ist und sich so für wirklich jeden eine anspruchsvolle KI-Stärke finden dürfte.

Menü und Einstellungsmöglichkeiten

Auch auf dem Gebiet der Menüführung gibt es wenig neues zu berichten: Die Oberfläche von F1 2015 wurde für den neuen Titel farblich invertiert und kommt nun in helleren Tönen daher.
Rennen werden weiterhin während der Auswahl von Fahrhilfen, Sessionlänge und ähnlichem geladen, womit effektiv Ladezeiten fast vollständig eliminiert sind. Neu hinzugekommen sind Optionen für die Startzeit (Sonnenauf- bis untergang), das Sichtfeld im Cockpit sowie die Änderung der Kamerapositionen.

Multiplayer

n/a Besonders bekannt dürfte Spielern der Vorgänger die Aufmachung des Multiplayer-Modus vorkommen. Hier hat sich zwar auf den ersten Blick kaum etwas getan, schaut man jedoch genauer hin, eröffnet sich eine sehr interessante neue Möglichkeit: So kann man nun mit einem vollen Grid von Spielern eine ganze Meisterschafts-Saison fahren und sich über einundzwanzig Rennen miteinander messen.

Ebenfalls zur Verfügung stehen natürlich ein Sessionbrowser für selbsterstellte Sitzungen sowie eine Art schnelles Matchmaking, getrennt nach selbstgewählter Erfahrungsstufe.
 

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