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Forza Horizon 3 Test

Forza Horizon 3 im Test: Hervorragendes Rennspiel aber zu wenig Neues


Alexander Weißgerber, 08.10.2016
Vor zwei Jahren zeigte Playground Games mit Forza Horizon 2, wie ein faszinierendes und lange Spaß machendes Open World Rennspiel aussehen muss. Nun gibt es Forza Horizon 3 und die Erwartungen sind groß. Erstmals gibt es ein vollwertiges Forza Rennspiel nicht mehr nur auf Xbox Konsolen sondern auch auf Windows 10 PCs. Ob die Erwartungen erfüllt werden und die Messlatte eventuell sogar noch weiter nach oben gelegt werden kann, zeigt der nachfolgende Bericht mit einen Blick auf die PC und die Xbox One Version.

Rasanter Einstieg

n/a Schon der Beginn gestaltet sich hervorragend. Darf ich als Spieler gleich zwei verschiedene Fahrzeuge kurzzeitig steuern, geht es weiter mit einem Schaurennen um direkt zu zeigen, worauf Forza Horizon 3 abzielt: spektakuläre Inszenierung und eine wirklich frei befahrbare Spielwelt.

Gab es im Vorgänger noch die eine oder andere Absperrung an der ich gern weitergefahren wäre, sind die Open World Möglichkeiten jetzt nahezu komplett ausgereizt. Lediglich am äußersten Rand der Spielwelt gibt es Begrenzungen die ein Weiterkommen verhindern, genauso wie ganz wenige hohe Berge in der Landschaft, die zu einer Erkundung einladen aber durch Barrieren abgesperrt sind.

Doch das stört nicht, so wie es umgesetzt wurde stellt man sich einen Sandkasten vor, auch wenn das eigentlich nicht mehr für offene Münder sorgt. Immerhin konnte The Crew mit der gigantischen Spielwelt in Form einer Miniaturisierung der USA bereits begeistern.

In Horizon 3 verschlägt es uns jedoch nach Down Under, also den Kontinent, der aus unserer Sicht am anderen Ende der Welt liegt. Eine wirklich weite Reise, schließlich fanden die Horizon Festivals zuletzt in Italien und Südfrankreich statt.

Willkommen - Boss

n/a Brandneu ist neben dem Schauplatz auch die Auswahl eines Spielercharakters. Sowohl männliche als auch weibliche Charaktere stehen zur Auswahl und sorgen dafür, dass in den späteren Zwischensequenzen als auch am Steuer der Fahrzeuge die Person sitzt, die ich gewählt habe. Zudem darf ich entscheiden, wie ich angesprochen werde, wobei sogar Alex zur Auswahl steht - persönlicher geht es kaum.

War ich in Forza Horizon 2 noch der Neuling, beginnt Teil 3 mit direktem Bezug auf die Rennen im Vorgänger und meine grandiosen Siege, weswegen ich ständig als Boss angesprochen werde. Die Idee dahinter ist sicher, ständig das Gefühl zu vermitteln, dass ich als Spieler die einzige und wahre Nummer eins bin. Leider wird das aus meiner Sicht ein wenig übertrieben.

Egal, ich will fahren und die Landschaft erkunden. Und diese ist grafisch sehr schön inszeniert. Scharfe Texturen, enorme Weitsicht, tolle Effekte sowohl durch die Sonne als auch Nebel und ziehende Wolken, wodurch ein insgesamt sehr stimmiges Bild entsteht. Auch die Nachtrennen sind gut in Szene gesetzt, wenn auch manchmal so dunkel, dass auch meine Scheinwerfer nicht genug Licht erzeugen um alles von der Strecke zu sehen.

n/a Dafür entschädigt die Beleuchtung in Städten und auf den Horizon Festival Geländen. Hinzu kommen die aus der Forza Reihe bekannten, hochdetaillierten Automodelle inklusive der Forzavista Funktion für jedes einzelne - also die Möglichkeit, Motorhaube, Kofferraum und Türen zu öffnen, sich den Innenraum in Ruhe anzusehen und auch den Motor oder das Gepäckfach genauer zu inspizieren.

Fahren wie gehabt

Doch was viel wichtiger ist, das Autofahren und die Möglichkeit zum Cruisen. Noch größer, noch umfangreicher und noch besser lautet das Credo. So richtig geschafft haben Playground Games und Turn 10 das jedoch nicht. Keine Frage, Forza Horizon 3 bietet eine riesige Spielwelt, eine schier unzählbare Menge an Rennen, Meisterschaften, Herausforderungen und Autos, sieht super aus und klingt auch toll.

Und insbesondere das Fahrverhalten ist auch im dritten Ableger der Forza Reihe wirklich gut geworden. Es stellt sich sofort das gewohnte Gefühl her, ich bin mit den Autos verbunden und spüre, was machbar ist und was nicht. Dennoch bleibt es ein spaßiger Arcade Racer mit einfachem Zugang und reichlich Spielspaß. Egal ob mit Lenkrad oder Gamepad, es steuert sich so, wie ich es erwarte. Jedenfalls dann, wenn das Lenkrad erkannt wird - das funktioniert unter Windows nicht immer so reibungslos wie man sich das wünscht. Auch kränkelt die PC Version unter merkwürdigen Laderucklern und Frame-Einbrüchen, so dass die Grafik und Rennen auch mal ins Stocken geraten.

Zu wenig Leben

n/a Was jedoch auch weiterhin komplett fehlt, ist eine belebte Spielwelt. Keine Tiere, keine Bewegung in der Luft - abgesehen von ziehenden Wolken und entsprechenden Wettereffekten sowie Tag- und Nachtwechsel. Doch es gibt auch keine Menschen. Lediglich in einigen wenigen abgesperrten Bereichen bei den Festivals oder in den Städten treffe ich auf merkwürdig durch die gegen wandelnde Figuren. OK, in Surfers Paradise gibt es eine Straßenbahn und durchs Outback fährt ein Zug, gegen den ich auch ein Schaurennen fahren darf. Doch auch hier muss wieder der Vergleich mit The Crew herhalten. Immerhin kann das Rennspiel von Ivory Tower in diesem Punkt wahrlich überzeugen.

Leben gibt es somit in Forza Horizon nur sehr geringfügig. Das ist wirklich schade und dieser Punkt hätte auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit durch die Entwickler verdient gehabt. Zum Glück gibt es die angesprochenen Tageszeiten und dynamisches Wetter. Gerade letzteres sorgt stellenweise für wirklich schöne Momente. Wenn beispielsweise der Nebel im Tal hängt und die Weitsicht einen in die Ferne blicken lässt wobei im Hintergrund sie Sonne ihren Lauf nimmt.

n/a Abgesehen von der zu leblos gestalteten virtuellen Umsetzung eines Teils von Australien, gibt es vieles zu erkunden. Strand mit wunderschönem Sand und blauem Wasser, Regenwald mit feuchten Straßen und dichter Vegetation, das Outback mit viel Sand und Trockenheit, genauso wie Städte die mit toller Skyline ein wirklich gutes Bild abgeben.

Der Spieler soll gemolken werden

Weniger erfreulich ist, dass auch in Forza Horizon 3 wieder an zahlreichen Ecken versucht wird, den Spielern sofort weiteres Geld aus der Tasche zu ziehen. Schatzkarte kaufen, Car Packs erwerben, Season Pass sichern und so weiter. Sogar Hupentöne können gekauft werden. Zuviel wird mit zusätzlichen Inhalten, die kostenpflichtig und auch nicht gerade billig sind, geworben. Es drängt sich manchmal das Gefühl auf, rund um diese zahlreichen Extra-Inhalte wurde das Spiel konzipiert, damit den Leuten immer wieder ihr Bares abgenommen werden kann.

Ebenfalls ernüchternd stößt mir die generelle Innovationslosigkeit auf. Klar, es gibt auch neue Dinge zu erledigen, beispielsweise illegale, nächtliche Straßenrennen in denen ich auch mal ein gegnerisches Auto gewinnen kann oder die Warnschilder-Herausforderungen, bei denen aberwitzig weite Sprünge riskiert werden müssen. Insgesamt fühlt sich Horizon 3 jedoch eher wie ein Forza Horizon 2 mit neuer Spielwelt an.

Spielspaß und Motivation trotz aller Kritik

n/a Trotz der Kritik schafft es Forza Horizon 3 mich bei der Stange zu halten. Noch ein Rennen hier, eine Herausforderung da und einen Blitzer mit drei Sternen abschließen dort. Das ist erstaunlich und gleichzeitig genau der Punkt, warum es trotz der Kritik im Detail ein tolles Rennspiel ist. Auch wenn der Kern der sogenannten Karriere eher kurz ist - schließlich arbeite ich auf das Schaurennen-Finale hin und es gibt nicht mehr die Festival-Finale Rennen wie in Teil 2 - gibt es so dermaßen viele Rennen und Meisterschaften, dass auch nach 25 Stunden Spielzeit noch lange nicht alles erledigt ist.

Die Schaurennen sind wieder einmal richtig cool gemacht. Rennen gegen einen Düsenjäger, gegen Schnellboote, einen Zeppelin oder einen Zug, alle haben das besondere Etwas und machen Spaß. Leider sind es nur insgesamt fünf und somit ist der Rest gewohnte Rennspielkost. Doch auch hier weiß Horizon 3 durch die illegalen Straßenrennen zu überzeugen und bietet mit den zahlreichen Meisterschaften, welche auch von mir als Spieler individualisiert werden können, reichlich Spaß für unzählige Stunden auf Australiens Straßen.

n/a Mit dabei sind auch wieder die früher Fahrspaßliste genannten Herausforderungen, die jetzt merkwürdigerweise Löffelliste genannt werden. Doch was sind schon Namen, schließlich geht es um Autos und schnelle Rundenzeiten, weite Sprünge, lange Drifts oder riskante Fahrmanöver. All das macht mächtig Laune, weswegen Forza Horizon 3 auch nach 30 Stunden garantiert nicht einfach zur Seite gelegt wird.

Die große Frage: PC oder Xbox One

Wie Eingangs angesprochen, ist Forza Horizon 3 die erste Forza Vollversion, die nicht mehr Xbox exklusiv ist, sondern auch auf dem PC gespielt werden kann. Darauf haben unzählige PC Spieler gewartet. Auch ich wollte unbedingt sehen, wie sich Forza Horizon 3 auf meinem PC macht, doch es entstand eher Ernüchterung.

Nicht, weil es grafisch wenig zu bieten hat, im Gegenteil. Grafisch kann die PC Version absolut punkten. Gestochen scharfe Texturen, unbegrenzte Framerate und Auflösungen die auch 4K ermöglichen. Doch das bringt auch nur dann den gewünschten Spielspaß, wenn es flüssig und stabil läuft.

Sicher zählt mein Rechner (i5-4670k 3.40 GHz, GeForce GTX 780 GLH 3GB, 16GB Ram) nicht mehr zum Aktuellsten und auch die offiziellen Anforderungen haben das bereits im Voraus deutlich gemacht. Jedoch sind die starken Schwankungen bei der Bildrate und regelmäßige Abstürze aus meiner Sicht nicht tolerabel. Dafür, dass die Spielwelt so unbelebt ist, gibt es wenig Grund für die inkonsistenten Bildwiederholraten (auf mittleren Details zwischen 35 und 60 FPS, ohne VSync 70+). Und auch die unvermittelten Abstürze ohne Fehlermeldung werfen Fragen auf.

n/a All das gibt es auf der Xbox One nicht. Hier wird zwar lediglich bei 30 Bildern pro Sekunde dargestellt, doch diese sind butterweich, es gibt keinerlei Laderuckler, die Ladezeiten sind gegenüber Forza Horizon 2 verkürzt worden und das Spielgefühl ist einfach besser. Inwieweit Playground Games oder Turn 10 Studios auf dem PC noch nachbessern werden ist unklar. Auch der erste Patch brachte keine Verbesserungen in diesem Bereich.

Ein großer Vorteil für eine Erleichterung der Entscheidung, ob nun auf PC oder Xbox One gespielt werden muss, ist das sogenannte Play Anywhere Feature. Einmal Forza Horizon 3 digital erworben und den Code im Windows 10 Store eingelöst, kann man das Rennspiel auch ohne Probleme und weitere Kosten auf der Xbox One spielen. Zudem wird der Spielstand zwischen PC und Konsole synchronisiert, so dass auch kein Fortschritt verloren geht - bis auf Momente, wenn die PC Version unvermittelt abstürzt und damit eine Synchronisierung nicht abgeschlossen werden konnte.
 

Kommentare

 
Rating: n/a
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Leider nur ein weiteres halbherzig zusammengefummeltes Rennspiel ohne Qualität. Da kann man gleich den modernen NFS-Rotz spielen. Für mich war das letzte gute Rennspiel "World Racing 2".
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