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Sébastien Loeb Rally EVO Test

Sébastien Loeb Rally EVO im Test: Lizenzierter Rally-Spaß mit Tücken im Detail


Moritz Hornung, 21.02.2016
Obwohl Rennspiele allmählich zu einem Nischen-Genre mutieren und Rally-Simulationen noch mal die Nische in der Nische sind, kommt mit Sébastien Loeb Rally EVO das dritte Rally-Rennspiel innerhalb eines halben Jahres raus. Wir haben den Herausforderer Kopf an Kopf gegen die Konkurrenten DiRT Rally und WRC5 antreten lassen um herauszufinden, ob es dem großen Namen gerecht wird oder ihn in den sprichwörtlichen Dreck zieht.


Noch ein Rally-Spiel?

n/a Etwas verwirrend ist die Landschaft der Rallyspiele schon: Seit 2010 konnte man sich eigentlich darauf verlassen, dass der italienische Spieleentwickler Milestone jedes Jahr einen neuen Ableger der Reihe WRC: FIA World Championship auf den Markt bringt. Jeder Teil bot minimale Verbesserungen, war letztendlich aber wieder ein mittelprächtiges Endprodukt. Doch 2015 wurden die Karten neu gemischt. WRC 5 wurde nicht von Milestone sondern von Kylotonn entwickelt und Codemasters hat die große Überraschung mit der Hardcore-Simulation DiRT Rally abgeliefert, mit der niemand gerechnet hat.

Währenddessen hat sich Milestone kurzerhand den 9-fachen WRC-Rekordweltmeister Sébastien Loeb geschnappt, um mit ihm als Mentor einen weiteren Rally-Titel auf die Beine zu stellen. Dabei haben sie nicht einfach nur seinen Namen auf die Spieleverpackung geklatscht, er ist tatsächlich auch im Spiel sehr präsent, insbesondere im "Loeb Experience" Modus. Hier könnt ihr Schlüsselszenen seiner Karriere nachspielen und Anekdoten vom Meister selbst dazu anhören.

Reichlich Umfang

n/a Neben der "Loeb Experience" spielt sich der Einzelspielermodus hauptsächlich in der Karriere ab. Hier legt ihr ein eigenes Rally-Team an und verdient Credits in einer großen Auswahl an Events mit verschiedenen Fahrzeugklassen. Die Herausforderungen reichen von einzelnen Etappen und Rallycross-Events (Rundstreckenrennen) bis hin zu längeren Rallys und Meisterschaften. Das ist sehr praktisch, je nachdem, ob man nur eine schnelle Runde drehen will oder mehr Zeit übrig hat, kann man das nächste Rennen frei aussuchen und ist an keinen vorgegebenen Ablauf gebunden. Der Schwierigkeitsgrad ist einstellbar, variiert aber trotzdem stark. Manches Event ist auf "Mittel" kaum schaffbar, während das nächste auf "Schwer" ein Kinderspiel ist.

Sébastien Loeb Rally EVO - BMW 2002 tii @ Schweden (Råda) / PC Gameplay

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Nicht nur die Auswahl an Umgebungen und Etappen überzeugt, auch der Fuhrpark ist größer und vielseitiger als bei der Konkurrenz. Natürlich ist er geprägt durch die Rennwagen, die Loeb in seiner Karriere über die Staubpisten scheuchen durfte, doch es gibt daneben einen bunten Mix von Rally-Autos aller Äras. Darunter befinden sich auch einige Exoten, die man nicht häufig in Rallyspielen sieht, wie zum Beispiel ein BMW 2002 Ti und ein Toyota GT86. Zudem gibt es die Möglichkeit, die Wagen mit einer eigenen Lackierung, Startnummer und einem eigenen Kennzeichen zu versehen. Die Möglichkeiten sind zwar recht eingeschränkt aber dennoch ein nettes Feature.

n/a Den Mehrspielermodus konnten wir leider nicht testen, da schlichtweg keine anderen Spieler zu finden waren. Das mag mitunter daran liegen, dass dafür erst umständlich ein Milestone Online-Konto erstellt werden muss. Warum die Entwickler nicht einfach auf die vorhandene Steam-Infrastruktur zurückgegriffen haben, ist unverständlich.

Realistisch und dennoch zugänglich

In der Vergangenheit waren Milestone-Rennspiele nicht unbedingt dafür bekannt, besonders realistisch zu sein. Umso überraschender, dass Sébastien Loeb Rally EVO sogar dem Platzhirsch Dirt Rally Konkurrenz macht. Es fährt zumindest schon mal dicht im Rückspiegel von DiRT Rally und hängt WRC 5 ab, für ein Überholmanöver hat es dennoch nicht gereicht. Das liegt nicht an der Fahrphysik, die sich zwar etwas indirekter anfühlt, aber Einflüsse wie Gewichtsverlagerung, verschiedene Untergründe und Unterschiede zwischen Fahrzeugen (Antriebsart, Gewicht, Fahrzeugschäden...) sehr nachvollziehbar umsetzt. WRC5 ist dagegen deutlich mehr "arcade" und simpler gestrickt.

n/a Das größte Manko ist das Feedback. Zum einen fehlen Rutschgeräusche der Räder weitestgehend, wodurch sich zum Beispiel Übersteuern oder blockierende Bremsen auf Schotter zu spät bemerkbar machen. Zum anderen ist das Force Feedback am Lenkrad eher mittelmäßig. Verglichen mit DiRT Rally, wo man jedes Schlagloch und jede Spurrille spürt, vermittelt Sébastien Loeb Rally EVO eher einen entkoppelten Eindruck. Die Straße ist nicht wirklich spürbar. Zumindest sind die Beifahrer-Ansagen gut platziert, wir hätten uns nur mehr Hinweise wie "Links halten" oder "Nicht schneiden" gewünscht.

Während DiRT Rally ziemlich gnadenlos gegenüber Fehlern ist (eben eine "Hardcore-Simulation"), weißt Sébastien Loeb Rally EVO deutlich mehr Features auf, die Einsteigern das Leben leichter machen. So gibt es die von älteren Codemasters-Spielen bekannte Rückspulfunktion, mit der grobe Fehler kurzerhand rückgängig gemacht werden können, und Abflüge in die Botanik oder auch Abkürzungen werden nicht mit Zeitstrafen geahndet. Außerdem ist die Steuerung per Gamepad durchaus brauchbar, einen gefühlvollen Analog-Stick-Daumen vorausgesetzt. Ihr braucht also kein fortgeschrittenes Lenkrad-Setup, um mit dem Spiel Spaß zu haben.

Grafik mit Schluckauf

n/a In puncto Grafik muss sich das Spiel der Konkurrenz geschlagen geben. Die Auto-Modelle weisen hier und da unschöne Kanten auf und die Umgebungen bieten wenig einprägsame Details. Besonders negativ sind uns die Straßentexturen aufgefallen, die sich pro Etappe immerzu alle zehn Meter wiederholen und dadurch sehr unnatürlich wirken. Streng genommen braucht eine gute Simulation aber auch keine herausragende Grafik um Spaß zu machen – so lange alles flüssig läuft. Doch genau hier liegt das Problem.

Nach dem ersten Start auf unserem Test-PC lief das Spiel nur mit 30 Bildern pro Sekunde und das nicht mal konstant. Immer wieder gab es ganz kurze Ruckler, die sehr irritierten und die Eingabe kurz verzögerten, wodurch die Steuerung extrem unpräzise wurde und jeglicher Spielspaß flöten ging. Nach Abschalten des "VSync" hatten wir Bildwiederholraten jenseits der 200, doch die Ruckler blieben. Erst durch die Einstellung "Volle Rate" beim VSync haben wir konstant 60 Bilder pro Sekunde erreicht und die Steuerung hat sich gleich um Welten besser angefühlt.

n/a Die Probleme hören hier jedoch noch lange nicht auf. Gerade Hardcore-Rennsimulations-Spieler sind durch die fehlende Unterstützung von Multi-Monitor-Setups eingeschränkt. In Foren liest man auch von vielen Problemen mit Lenkrädern und Zusatzhardware, wie UBS-Schaltern und -Handbremsen. Bei dem im Test verwendeten Thrustmaster TX war es nicht möglich das Spiel zu pausieren, weil dafür eine nicht vorhandene Taste fest vergeben wurde und die Tastatur bei Benutzung eines Controllers während dem Spiel deaktiviert ist. Blöd!
 

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  • PlayStation 4:
    29.01.2016
    Xbox One:
    29.01.2016
    PC:
    29.01.2016
  • Website: n/a
  • Developer: Milestone
  • Publisher: Milestone
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