Noch beeindruckender und länger motivierend als schon der hervorragende Vorgänger
Alexander Weißgerber, 30.12.2011
Seit mehreren Jahren steht der Name Forza Motorsport für ungetrübten, herausragenden und optisch ansprechenden Spielspaß. Der Entwickler Turn 10 Studios hat es mit jedem Forza Motorsport geschafft, den Realismusgrad zu steigern, den Spielumfang zu erweitern und das Fahrerlebnis zu verbessern. Mit Forza Motorsport 4 geht die Reihe in die vierte Runde und auch hier war der Plan, die Messlatte noch höher zu legen als bereits durch das hervorragende Forza Motorsport 3 getan.Wir haben uns ausgiebig mit Forza Motorsport 4 beschäftigt und wollen euch zeigen, wie es Turn 10 geschafft hat, die Forza Motorsport Reihe noch besser zu machen.
Alles, das heißt viel mehr als ein Forza 3,5
Was macht ein gutes Rennspiel aus? Diese Frage lässt sich mit einer Vielzahl unterschiedlicher Gründe und Motivationen beantworten, doch was letztlich für den einzelnen Spieler wirklich entscheidend ist, weiß dieser nur allein.
Die Forza Motorsport Reihe ist inzwischen einige Jahre alt und Turn 10 war stets in der Lage, mit jedem Nachfolger noch besser zu werden, auch wenn die Änderungen zum Teil nur von erfahrenen Spielern sofort erkennbar waren. Auch mit Forza Motorsport 4 verhält es sich gleich. Ist das automatisch ein Grund zu sagen, es wäre nur ein Forza 3,5?
Schneller, höher, weiter, voller
Verbesserungen gibt es also an anderer Stelle. Das beginnt bereits mit den Ladezeiten, einem wirklich wichtigen Element und in Forza 3 ein deutlicher Kritikpunkt. So oft und so lange wie beim dritten Teil geladen werden musste - um es mal mit böser Zunge zu sagen - verging mehr Zeit beim Warten als beim Spielen.
Natürlich ist das stark übertrieben, doch das die Ladezeiten zu lang waren, wird kaum einer bestreiten wollen. Hier wurde von Turn 10 massiv optimiert und das, obwohl die Grafik schöner geworden und die maximale Zahl an Fahrzeugen während eines Rennens ebenfalls gewachsen ist.
Nicht auf jeder Strecke oder bei jedem Typ Rennen gibt es die maximale Zahl an Gegnern, derer jetzt 11 auf euch warten können. Genau, insgesamt 12 Wagen tummeln sich im besten Fall auf der Strecke und dabei kann es jetzt auch endlich mal angenehm voll werden. Je nach Umgebung und Streckenbreite passen drei Autos teilweise nur schwer nebeneinander, das führt unweigerlich zu Rangeleien mit ordentlich Kontakt. Dabei fair bleiben, also nicht in Rambo-Manier das Feld von hinten aufräumen und sich den Weg durch die Autos mit purer Gewalt bahnen, erfordert Gefühl, einen gekonnt eingesetzten Gasfuß und nerven wie Drahtseile.
Je weiter die Weltumrundung fortschreitet und mit jeder neuen Saison werden jedoch auch Profis gefordert und ein erster Platz ist nicht mehr so selbstverständlich wir noch in früheren Forza Rennspielen.
Ohne Hilfe noch mehr Spaß
Und was wäre eine Simulation ohne die Möglichkeit Fahrhilfen zu deaktivieren und an den einzelnen Schrauben des Fahrzeugs zu drehen? Forza Motorsport 4 bietet auch das wieder in Hülle und Fülle.
Für das Spielerprofil lässt sich global einstellen, ob mit Lenkhilfe, Bremshilfe, Traktionskontrolle, Stabilitätsprogramm, Automatikschaltung und vielem mehr gefahren wird oder ob der Spieler sich voll und ganz auf die eigenen Reflexe und Streckenkenntnis verlässt. Mit jeder deaktivierten Fahrhilfe wird wie bereits in den Vorgängern zum Ende eines Rennens ein Bonus ausgeschüttet. Wer also ohne Fahrhilfen unterwegs ist, erntet mehr Credits, was schneller zum Erwerb neuer Autos oder Upgrades führt.
Das schaffen auf dem PC nur Titel wir rFactor, GTR, Live for Speed und andere Konkurrenten die ihr Hauptaugenmerk auf das Simulieren eines echten Autos legen. Forza 4 schafft es auf der Konsole und das ohne wenn und aber.
Egal ob mit Gamepad gesteuert oder mit einem Lenkrad, Pedalen und Schaltknauf, das Steuergerät der Wahl wird perfekt unterstützt und man ist nie verlassen.
An der Justierschraube gedreht
Dazu gesellt sich ein ausgefeiltes und fein justierbares Tuning in einer Vielzahl von Bereichen, wobei auch hier deutlich wird, dass man eine echte Simulation vor sich hat. Technisches Tuning, ebenso wie Upgrades der Fahrzeuge, wirken sich spürbar auf das Fahrverhalten und die Leistung aus. Positiv dabei ist außerdem, dass nicht ohne Sinn und Verstand die Autos mit Upgrades vollgestopft werden können. Das was Forza Motorsport 4 anbietet ist auch in der Realität umsetzbar. Anders als bei so manchem Arcade Rennspiel, bei dem eine Brotdose zu einem GT3 Rennwagen mutieren kann.
Hinzu kommt ein gegenüber Forza 3 nochmals verbessertes Fahrverhalten. Es gibt keine Situation in FM 4, bei der ein Auto unvermittelt ausbricht, es sei denn, das Autos neigt im Grenzbereich genau dazu, doch das wird dem Spieler vorher bereits mitgeteilt. Es lässt sich nur schwer in Worte fassen wie das funktioniert, doch auch hier kann erneut nur ein Vergleich zur Konkurrenz auf dem PC oder GT5 auf der PS3 gezogen werden. Das Gefühl zu wissen wie das Auto reagiert ist stets vorhanden und schon vor einem Dreher weiß der Spieler, dass es passieren wird.
Forza Motorsport 4 - Sedona Raceway Park Clubkurs / Ford Mustang Boss 429
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Was macht nun Forza Motorsport 4 zu einem so großartigen Rennspiel, wie wir es Eingangs bereits gefragt haben? Ist es der riesige Fuhrpark? Sind es die unglaublich vielen Rennen und Rennserien als auch die umfassende Karriere? Oder ist es der neue Autovista Modus in dem ihr euch eine geringe Zahl an Luxuskarossen bis ins kleinste Detail anschauen könnt?
Augen und Ohren fahren mit
Apropos Grafik, bereits in Forza 3 wurde viel gezeigt und es sah vor 2 Jahren toll aus. Auch Forza 4 sieht wunderschön aus. Insbesondere Vorzeigerennstrecken wie Bernese Alps, bei denen echtes Bildmaterial zu einer nicht existierenden aber schön aufgebauten und umwerfend gut aussehenden Kulisse geführt haben.
Keine Frage also, Forza Motorsport 4 ist wunderschön doch man merkt bei genauerem Hinsehen, dass die Xbox 360 langsam an ihre Grenzen stößt und teils einfache, im Endeffekt jedoch wirkungsvolle Möglichkeiten nicht eingesetzt werden können. So fehlt eine vernünftig arbeitende Kantenglättung, weswegen auf einem entsprechend großen TV je nach Helligkeit der aktuellen Szene leichtes Kantenflimmern auftritt.
Je nach Wagen wird hier nämlich ein wahres Sound-Inferno entfacht und man will den AV-Receiver noch lauter drehen um den brüllenden V8 direkt im Wohnzimmer stehen zu haben. Oder man ärgert sich über den 4-Zylinder Kleinwagen der einfach schmal klingt, aber das ist toll, denn schon hier wird wieder klar, welches Auto gerade am Start ist.
Vielleicht überzeugt das meinem Freund ja sich Forza 4 zu kaufen.
mfg.volvo480