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Forza Motorsport 6 Test

Forza Motorsport 6 im Test: So sieht ein Kaufgrund für die Xbox One aus


Alexander Weißgerber, 27.09.2015
Seit zehn Jahren begeistert die Forza Motorsport Reihe Spieler auf der ganzen Welt. Angefangen hat es mit der ersten Xbox. Es folgten drei Forza Teile für die Xbox 360 und mit dem neuen Forza Motorsport 6 ist nun bereits das zweite Rennspiel des Forza Franchise für die Xbox One erschienen. Konnte Forza 5 nur bedingt begeistern und mussten Turn 10 sowie Microsoft reichlich Kritik einstecken, macht Forza 6 alles wieder gut. Was im Detail begeistert möchte ich im nachfolgenden Testbericht genauer ausführen.

Endlich wieder Forza

Wie eingangs angesprochen, machte Forza Motorsport 5 als Launch Titel der Xbox One vor zwei Jahren vieles falsch. Irgendwie fühlte sich das ganze Spiel abgespeckt und übereilt veröffentlicht an. Die dafür ausgeteilte Schelte, sowohl von Fans als auch Presse, zeigt Wirkung. Forza Motorsport 6 macht all das richtig, was Forza 5 falsch gemacht hat. Es ist wieder ein vollwertiges Rennspiel mit einer riesigen Anzahl Autos, vielen Strecken, umfangreichem Tuning und erstmals auch Wettereffekten sowie Nachtrennen.

n/a Grafisch macht Forza 6 zwar nur geringe Fortschritte. Das liegt unter Garantie an der zu geringen Leistung der Xbox One - es wird sogar Kinekt deaktiviert, wenn das Rennspiel gestartet wird um auch wirklich das letzte Quäntchen Leistung aus der Konsole rauszuholen. Doch hässlich war Forza noch nie und durch zahlreiche neue Effekte wirkt es noch authentischer. Und auch wenn es nicht an die teils fotorealistische Grafik von Project CARS heranreicht, es ist wirklich schön, und das wichtigste: es läuft butterweich. Gerade der Konkurrenztitel pCARS hat in puncto Performance eher für Stirnrunzeln gesorgt. Doch Forza 6 läuft durchweg mit 60 Bildern pro Sekunde, egal was auf dem Bildschirm passiert.

Mehr Leben

n/a Dazu kommt, grafische Ungereimtheiten wie die extrem grellen Straßen bei direkter Sonneneinstrahlung sind Vergangenheit. Es gibt einen virtuellen Rückspiegel, wenn man in der Motorhaubenansicht fährt und es gibt endlich lose Reifenstapel. Früher, bis zu Forza 5, waren am Streckenrand aufgestapelte Reifen stets feste Objekte. Jetzt aber fliegen lose übereinandergelegte Reifen bei Kollision physikalisch korrekt durch die Gegend und auch zusammengeschnürte Reifenpakete bewegen sich. Das vermittelt ebenfalls ein wesentlich realistischeres Gefühl und sorgt gleichzeitig für neuen Anspruch, wenn auf einmal Reifen auf der Strecke rumliegen.

Neu sind auch zahlreiche Dinge neben der Strecke. Bewegt man sich auf abgesperrten Kursen sind überall außerhalb der Absperrungen kampierende Fans zu sehen, die auch gern mal den Grill angeworfen haben und für schlechte Sicht sorgen. Rauchschwaden steigen nach oben auf, vernebeln zum Teil aber auch die Strecke. So gibt es aber auch verwirbelten Sand durch Wind. Das alles trägt stark zur Atmosphäre bei.

Altbekannt gute und doch neue Physik

Im Detail verbessert wurde auch die Fahrzeugphysik. Schon immer super nachvollziehbar, merken Forza Veteranen jedoch sofort, dass Turn 10 auch hier nicht auf der Stelle tritt. Das überarbeitete Reifenmodell lässt mich als Spieler die Autos noch besser ans Limit treiben. Positiv ist dabei auch, dass die Steuerung mit dem Gamepad bei Ausbrechen des Autos nun nicht mehr grundsätzlich in nahezu unkontrolliertem Schlingern endet. Es fühlt sich einfach mehr nach Straßenkontakt an. Endete ein unkontrollierter Drift in früheren Forza Rennspielen gern auf dem Rasen oder in der Streckenbegrenzung, lässt sich das Auto jetzt deutlich besser abfangen. Natürlich noch immer nicht so gut, wie mit einem Lenkrad, doch der Frustfaktor ist hiermit stark reduziert.

n/a Dass die Physik entsprechend überarbeitet wurde wird auch deutlich, wenn man sich die neuen Regenrennen im Detail anschaut. Zunächst gefällt die Darstellung von Regen und Nässe sowie Wassertropfen auf den Autos und deren Scheiben. Doch viel wichtiger noch, gibt es auf dem Asphalt Pfützen, die besonders viel Aufmerksamkeit fordern. Bei Regen wird nicht einfach nur die Strecke rutschiger. Je nachdem wie das Auto in eine Wasserlache fährt, bricht es nachvollziehbar und doch unweigerlich stark aus. Fahre ich mit Vollgas durch tiefe Pfützen sorgt das fast immer für einen Dreher. Hier ist somit besondere Vorsicht geboten.

Noch einsteigerfreundlicher und gleichzeitig perfekt für Realismus Fetischisten

Noch effizienter arbeiten auch die Fahrhilfen. Durch die überarbeitete Physik wirken sich die Traktionskontrolle oder der Stabilitätsassistent noch mehr auf das Fahrzeug aus. Weiterhin nicht realistisch, kann man solche Hilfen bei jedem Autos aktivieren, genauso wie es ABS auch bei Autos gibt, bei denen davon nicht einmal im Traum daran zu denken war. Für ungetrübten Spielspaß oder Forza-Einsteiger sind diese Hilfsmittel jedoch noch wirksamer als jemals zuvor und vor allem auch nachvollziehbarer. Insbesondere Supersportwagen verlieren bei Aktivierung sämtlicher Fahrhilfen ihren Schrecken.

n/a Das mag in begrenztem Rahmen auch Simulationsfanatikern gefallen, doch insbesondere Spieler die nicht immer vom Angstschweiß geplagt werden wollen, freuen sich darüber. Wer hingegen die volle Packung will bekommt sie auch. Einfach alles deaktivieren, Drivatar Schwierigkeit auf das höchste Level stellen und schon ist die Herausforderung derart hoch, dass sich niemand beschweren wird.

Bessere Motivation

Nüchtern betrachtet bietet Forza Motorsport 6 auch wieder nur ein Rennen nach dem anderen. Das wird bei vielen Rennspielen als Manko eingestuft. Und doch wusste die Forza Reihe schon immer durch ihren Fokus auf reines Fahren und auf die Autos zu gefallen und hat damit stets dafür gesorgt, auch bei stupider Aneinanderreihung von Rennen Spaß zu haben. Das kann Forza 6 jetzt aber noch besser.

Die Karriere wurde überarbeitet. Obwohl es, wie bereits gesagt, im Prinzip wieder ein Rennen nach dem anderen ist, gibt es verschiedene sichtbare Verbesserungen. Schaurennen, also Pylonen umfahren, gegen den Cousin vom Stig im Duell fahren, das Überholen anderer Autos auf der Strecke oder auch Langstreckenrennen, sind optional und können nach Belieben gefahren werden. Das heißt, wenn Schaurennen freigeschaltet sind, kann ich diese sofort fahren, eins nach dem anderen. Oder ich lasse es einfach sein und konzentriere mich voll und ganz auf die Karriere.

Forza Motorsport 6 - Road Atlanta / Maserati Gran Turismo S / Replay

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Die Karriererennen sind jetzt unterteilt und verschiedene Themen. Nachtrennen, Regenrennen, Sonnenaufgang, Strecken mit großen Höhenunterschieden und so weiter. So wird Schritt für Schritt die sogenannte Geschichte des Motorsport nachgespielt. Das ist keine zeitliche Abfolge sondern präsentiert die gerade angesprochenen verschiedenen Arten von Rennen, Strecken und Bedingungen. Dabei macht es unheimlich Spaß, sich sowohl mit langsamen, als auch schnellen Autos Positionskämpfe mit der KI zu liefern und stetig besser zu werden.

Modernisierung

Im Zuge der Veränderung von Rennstrecken im wahren Leben verlieren die virtuellen Umsetzungen in Rennspielen natürlich an Aktualität. Wie schon in der Vergangenheit wurde auch beim neuesten Forza-Spross nicht einfach nur das alte 3D Material wieder verwertet sondern jede der Strecken, die auch in Vorgängerspielen enthalten ist grundlegend überarbeitet. Das fällt Veteranen sofort ins Auge und sorgt manchmal auch für Überraschungen. Da kenne ich eine Strecke in und auswendig und doch ist sie auf einmal anders. Es heißt also umlernen. Das müssen echte Rennfahrer auch - warum sollte es also Spielern anders gehen?

n/a Zwar bereits weiter vorn darauf hingewiesen aber noch nicht alles im Detail erwähnt, wurde auch bei der Grafik an so mancher Stelle weiter optimiert. Da gibt es jetzt beispielsweise auch verschmutzende Scheiben und ein farblich angepasstes HUD, wenn bei Nacht gefahren wird. Das heißt, die Texte sind nicht grell weiß sondern in einem leichten grau gehalten, womit sie nicht blenden. Ein kleines aber feines Detail, wie ich finde.

Auch soundseitig hat sich was getan. Die Motorensounds sind besser und vor allem Hall-Effekte machen richtig Spaß. In Häuserschluchten oder beim Durchfahren eines Tunnels hallt der Motorensound zurück, dass man sich schon fast erschreckt wie gut das klingt. Zudem gibt es in manchen Tunneln Wasserkanäle die mit Blechgittern abgedeckt sind und beim Überfahren so klingen, wie man das aus der Realität kennt.

Mods und Tuning

Tuning ist bei einem Forza Motorsport kein Fremdwort. Stundenlang kann man sich mit der technischen Seite des Fahrzeugs beschäftigen. Anschließend werden die neu montierten Teile über das Setup noch optimiert und sorgen so für noch bessere Rundenzeiten. Alles nicht neu.

n/a Dafür aber gibt es ab sofort sogenannte Mods. Bereits vor der Veröffentlichung sorgte diese Ankündigung für geteiltes Echo. Schnell kamen Zweifel auf, ob mit diesem neuen Feature wieder eine Gelddruckmaschine entworfen wurde und unfaire Vorteile erkauft werden können. Doch ihr könnt beruhigt sein, Mods sind lediglich kleine Hilfen auf die auch bedenkenlos verzichtet werden kann, ohne das mir dabei irgendwelche Nachteile entstehen.

Die Auswirkungen eines aktivierten Mods halten sich stark in Grenzen. Sei es verbesserter Grip oder ein Aufrücken bei der Startposition. Ersteres ist nicht merklich und nach vorn gespült wird man lediglich um eine Position, also statt vom zwölften Platz zu starten stehe ich auf Platz elf.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Natürlich gibt es auch Kritik, die ich keineswegs verschweigen möchte. Denn so genial es auch ist, in Forza 6 endlich im Regen oder bei Nacht fahren zu können, so traurig ist gleichzeitig das:
  • die Pfützen sich nicht unterscheiden (jede Runde und in jedem Rennen gleich)
  • die nasse Strecke nicht abtrocknet
  • der Regen nicht dynamisch ist
  • keine Regenreifen aufgezogen werden können, die für mehr Bodenhaftung und weniger Aquaplaning sorgen
  • der Sound bei Kollisionen weiterhin nur ein dumpfes "bump" ist
  • Nachtrennen nicht dynamisch sind
  • und generell keine Dynamik bei Wetter, Beleuchtung oder Tageszeiten existiert.
Ist es einmal dunkel, bleibt es das auch. Ein Rennen kann nicht bei Tageslicht begonnen werden und bei Nacht enden oder umgekehrt. Dynamische Tageszeiten kennt Forza Motorsport 6 nicht.

Dazu kommt, dass Regen und Tageszeiten nur auf manchen Strecken eingesetzt werden. Bei weitem nicht alle Strecken bieten diese Variationen und auch der Splitscreen Modus kann damit nicht dienen. Ebenfalls sehr schade ist, dass es keine Regenrennen bei Nacht gibt.

Im soeben erwähnten Splitscreen Modus darf man lediglich gegen einen Freund und ohne Computergegner auf sonnigen Strecken fahren. Kein Regen, keine Nacht.

Die Wertung und das Fazit zu Forza Motorsport 6 gibt es auf der nächsten Seite

Forza Motorsport 6 - Regen Gameplay / Dino 246 GT / Nürburgring

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