x
Neuigkeiten
Rennspiele A-Z
Forum
Rennspiel Testberichte
Team
Jobs

The Crew Test

The Crew im Test: The Fast and the Furious zum selber spielen


Alexander Weißgerber, 09.01.2015
Das Open World Rennspiel The Crew bietet eine riesige Spielwelt, einen online Modus der die gesamte Story mit Freunden spielbar macht und unglaublich viele Herausforderungen. Doch macht der Umfang automatisch ein gutes Rennspiel - womöglich das Rennspiel, auf das die Fans seit Jahren gewartet haben? Nach zahlreichen Stunden im virtuellen Amerika kann ich mit dem Testbericht zur PC Version von The Crew Klarheit ins Dunkel der Fragen bringen.

Mit den beiden Test Drive Unlimited Rennspielen zeigten die Entwickler von Eden Games bereits vor einigen Jahren, dass große und komplett offene Spielwelten als Nachbildung real existierender Orte, verbunden mit einem umfangreichen Mehrspielermodus, definitiv machbar sind. Auch der Fahrspaß kam dabei nicht zu kurz. Dennoch hatten TDU und TDU 2 noch einige Macken, die mit The Crew vollständig der Vergangenheit angehören sollen. Noch größer, noch besser und noch mehr Möglichkeiten im Mehrspielermodus wurden versprochen.

Bitte nochmal ein echtes Auto fahren

n/a Spaß macht The Crew auf jeden Fall, doch nicht alles, was zunächst durch zahlreiche Teaser und Trailer versprochen wurde, kann auch im fertigen Spiel überzeugen. Vor allem das Fahrverhalten ist nur bedingt zu gebrauchen. Doch genau hier zeigt sich bereits einer der ersten großen Mängel im gesamten Konzept von The Crew.

Im Prinzip kann man es nicht jedem recht machen. Die einen fahren lieber im absoluten Hardcore Sim-Modus, die anderen gehen es eher entspannt an und wollen nicht durch zuviel Realismus abgelenkt werden. Spaß steht für jeden im Vordergrund, wie dieser erreicht wird ist immer subjektiv. Bei The Crew ist die Fahrzeugphysik jedoch keine vernünftige Mischung. Auch wenn ich mich im Verlauf der Karriere daran gewöhnen konnte und die Autos mit den Aufrüstungsmöglichkeiten im Bereich der Steuerung dazugewinnen, überzeugen kann mich das Rennspiel in diesem Bereich nicht so richtig.

Hervorzuheben ist dennoch, dass sich gegenüber der Closed Beta spürbar Verbesserungen zeigen. Wenigstens kann jetzt kontrolliert gedriftet werden und man hat etwas mehr das Gefühl, einen Gegenstand auf vier Rädern zu bewegen. Auch das gesamte Verhalten der Autos ist nachvollziehbarer. Natürlich will The Crew keine Rennsimulation sein, der Funke springt jedoch nicht so recht über.

Nachdem ich mich damit abgefunden hatte - und ja, die Steuerung ist besser als in Test Drive Unlimited 2 - konnte ich mich mehr auf die eigentlichen Rennen und vor allem auch auf die Landschaft konzentrieren. Ups, natürlich konzentrierte ich mich auch auf die Story, die sich wohl bestens für den nächsten Fast and Furious Streifen eignet - gibt es gar schon Gespräche mit Vin Diesel?

Fast and Furious aus der Ich-Perspektive

n/a Richtig gelesen, The Crew bietet eine umfangreiche Geschichte die sich bestens für einen Abendfüllenden und wenig anspruchsvollen Auto-Film eignet. Es darf keineswegs zuviel erwartet werden und doch reicht sie, um dem Spiel und der unglaublich großen Spielwelt das nötige Etwas zu geben. Langeweile entsteht beim Absolvieren der Karrieremissionen nicht. Nervig sind einzig die dummen und teils richtig unfairen Polizisten und Gangster, die ab und an mein Auto stoppen und mich an der Flucht hindern wollen.

Generell will ich nicht zuviel zur Geschichte rund um Alex Taylor, seinen Bruder, einen korrupten FBI Agenten, verschiedene nett anzusehende weibliche Darstellerinnen und die 5-10 Organisation sagen. Wer The Crew spielen möchte der sollte das selber erfahren. Nur soviel, es geht um etwas sehr persönliches und man kennt verschiedene Handlungsstränge aus unterschiedlichen Filmen. Der Rest ist Sache des Spiels und der teilweise auch wirklich nett inszenierten Render-Filmchen.

So weit das Auge reicht

n/a Besonders hervorzuheben ist die Einbindung der Story in die Erkundung der Spielwelt. Immerhin handelt es sich um eine Miniaturisierung der Vereinigten Staaten. Natürlich stark verkleinert, so dass Strecken, die in der Realität 1500 Kilometer betragen, im Spiel gerade einmal 35 Kilometer lang sind. Doch auch das ist ausreichend und birgt genug Abwechslung. Insgesamt wurden wirklich alle wichtigen Landschaftstypen der USA nachgebildet.

Es geht durch Wüstenabschnitte, Wälder mit Mammutbäumen - verglichen mit der Realität zwar ein wenig zu viele aber es sieht gut aus - Felder mit bunten Blumen und Ackerbau oder auch schneebedeckte Berge. Manchmal sind die Übergänge ein wenig abrupt, doch die gesamte Gestaltung der Umgebung wirkt sehr stimmig. Alles lebt, es wimmelt nur so von Tieren, in den Städten laufen Passanten durch die Gegend, KI gesteuerte Autos sind an jeder Ecke anzutreffen und auch der Luftraum ist rege belebt. Genau das macht einen deutlichen Unterschied zu den anfangs angesprochenen TDU Teilen. In The Crew lebt die Welt und das macht Spaß.

Tuning und Fahrzeugoptimierungen mit Hindernissen

n/a Zusätzlich warten unzählige Herausforderungen auf den Beweis der eigenen Fahrkünste. Seien es Slalomläufe, Tore durchfahren, Schilder treffen, weite Sprünge meistern oder eine vorgegebene Strecke unter Zeitdruck mit Höchstgeschwindigkeit zu absolvieren. Das wichtigste an diesen Herausforderungen ist jedoch, dass sie insbesondere dazu da sind, neue Teile für die Autos zu erhalten wodurch Story-Missionen einfacher werden.

Technische Aufbesserungen gibt es nämlich nicht einfach so beim Tuner sondern nur durch fahrerisches Können. Desto besser ich in Missionen und den gerade angesprochenen Herausforderungen abschneide, umso schneller steigt mein Spieler-Level und ich bekomme neue Fahrzeugteile. Der Umfang ist groß und der Schwierigkeitsgrad sehr unterschiedlich.

Nach Erreichen von Level 50, dem höchsten Spieler-Level, können die Herausforderungen zu den Siegen in Bronze, Silber und Gold auch noch auf Platin bewältigt werden. Einbauteile in Platinausstattung bieten noch mehr Verbesserungspotential und werten somit ein Auto noch effizienter auf. Leider ist es nicht immer ganz einfach auf Platin zu kommen denn selbst für Gold beiße ich mir bei so mancher Mission oder Herausforderung die Zähne aus und weiß nicht warum.

Neben der technischen Seite können die Autos natürlich auch optisch aufgewertet werden. Hier stehen zahlreiche Optionen zu Verfügung die sogar eine Gestaltung des Innenraums nach eigenen Vorstellungen ermöglichen. All das muss aber teils sehr teuer bezahlt werden. Zum Glück nur mit Spielgeld denn The Crew zwingt niemanden dazu echtes Geld auszugeben, doch sowohl neue Autos als auch Anbauteile sind nicht immer als Schnäppchen zu bezeichnen. Hier heißt es fleißig Rennen fahren und sparen.

Wo ist nur der MMO Teil hin?

n/a All das bislang beschriebene klingt jedoch nicht unbedingt nach dem Rennspiel, das von Entwicklern der TDU Teile gemacht wurde - bei Ivory Tower arbeiten viele Leute die früher bei Eden Games angestellt waren - und ein spiritueller Nachfolger sein soll. Richtig, es fehlt der Mehrspieler-Teil.

Die Onlineanbindung in The Crew ist fest ins Spiel integriert. Das heißt, keine Internetverbindung, kein The Crew! Als Spieler muss man immer zwingend online sein um das Spiel starten und spielen zu können. Reißt die Verbindung ab, wird die aktuelle Sitzung beendet. Das ist natürlich ärgerlich, doch zum Glück laufen die Server der PC Version recht stabil und Abbrüche sind somit eher selten. Vor allem muss positiv erwähnt werden, dass Wartungsarbeiten an den Servern auch im Spiel gut sichtbar angekündigt werden und auf eine entsprechende Zeitspanne ohne Spielmöglichkeit rechtzeitig hingewiesen wird.

So wirklich notwendig ist eine Internetverbindung jedoch nicht. Zumindest kann man alle Missionen komplett allein absolvieren. Im Gegenzug bietet sich für alle Story-Aufgaben die Option, diese im Koop-Modus zu bestreiten. Im Prinzip kann damit die Geschichte mit insgesamt drei menschlichen Teilnehmern gemeistert werden.

Ansonsten lädt der Onlinezwang zu ausufernden Cruising-Sessions ein. Einfach gesagt war es das aber auch schon. Vielmehr bietet der Multiplayer nicht. Klar, mit Freunden unterwegs sein und mit diesen eine Crew bilden ist nett, doch eine solche Gemeinschaft ist auf maximal vier Spieler beschränkt. Nicht gerade viel. Doch zum Glück kann man mit der eigenen Crew auch noch gegen andere antreten und so beweisen, wer der Chef auf der Straße ist oder in PvP Rennen schnell Geld scheffeln um sich teurer Autos kaufen zu können.

The Crew - Aston Martin Vantage S // PC Gameplay // 60 FPS // 1080p

Mehr Videos zu The Crew anschauen
Kommentiere und bewerte dieses Video!

Optisch OK aber kein Meilenstein

Die Größe der Spielwelt und die ständig vorhandenen menschlichen Mitspieler haben bei der Qualität der Darstellung natürlich ihren Preis. The Crew sieht gut aus aber eben auch nicht mehr. Es bietet keine gestochen scharfen Texturen und auch die Modelle, egal ob Häuser, Bäume, Landschaft allgemein oder die Autos sind weniger detailliert wie beispielsweise im aktuellen Open World Konkurrenten Forza Horizon 2. Dafür aber bietet auch The Crew zu jedem Auto eine schicke Cockpitperspektive von der sich GRID Autosport hätte eine Scheibe abschneiden können.

Der Umfang des Fuhrparks ist als sehr überschaubar zu bezeichnen. Langeweile entsteht dennoch nicht. Grund dafür sind die verschiedenen Ausbaustufen der Autos und der Fakt, dass man nicht jedes Mal ein neues Vehikel kaufen muss sondern bei Umrüstung auf eine andere Stufe die bereits vorhandenen behalten werden. So lässt es sich auch jederzeit im Freie Fahrt Modus zwischen den verschiedenen Modellen wechseln.

All das, Grafikdarstellung, Missionsstart oder auch Wechsel zwischen Orten auf der Spielwelt beispielsweise mit der Schnellreisefunktion, funktioniert ruckelfrei und ohne lange Ladezeiten. Gerade die Ladezeiten können stellenweise wirklich beeindrucken, insbesondere wenn man sich überlegt wie groß die Spielwelt ist. Nicht vergessen darf man das Schadensmodell. Immerhin können die Autos ordentlich verbeult werden und es reißen Fahrzeugteile ab. Auswirkung auf das Fahrverhalten gibt es jedoch nicht und es geht sogar soweit, dass sich das Auto innerhalb kurzer Zeit wieder selber regeneriert.
 

Kommentare

Es wurde noch kein Kommentar abgegeben.
Sei der Erste und teile anderen Deine Meinung mit!
 
 

Kommentar schreiben

Um einen Kommentar abgeben zu können bitte einloggen oder registrieren!

Willkommen

Willkommen! Login | Registrieren Willkommen Gast, klicke hier um Dich anzumelden!

Du hast noch keinen Account? Registriere Dich kostenlos und lege damit ein neues Benutzerkonto an. So wirst auch Du Teil unserer Rennspiele Community!

The Crew Logo

Suche