Mehr Abwechslung mit lizenzierten Wagen auf staubigen und asphaltierten Rennstrecken der FIA WRC
Alexander Weißgerber, 27.10.2011
Vor einem Jahr überraschte der Mailänder Entwickler Milestone mit der Veröffentlichung des Rally Titels WRC: FIA World Rally Championship. Inklusive FIA Lizenz wurde den Käufern eine Rally Simulation präsentiert, die keineswegs schlecht und dennoch in vielen Bereichen verbesserungswürdig war.Nun ist ein Jahr vergangen und Milestone hat die Zeit genutzt um den Nachfolger zu entwickeln. Wieviel besser WRC 2 geworden ist und vor allem, ob der Spielspaß gesteigert wurde, zeigen wir euch in unserem Testbericht der PC Version.
Willkommen in WRC 2! Neue Strecken, mehr Herausforderungen, saubere Ansagen, verbesserte Grafik und vor allem mehr Abwechslung. All das bietet der zweite Teil der WRC Reihe von Milestone. Konsequent sind die Programmierer die Mängel des letztjährigen WRC: FIA World Rally Championship angegangen und zeigen, dass sie verstanden haben, was den Fans missfallen hat. Viele Punkte wurden verbessert, die Karriere ist atemberaubend lang. Und dennoch ist WRC 2 kein hundertprozentiger Wurf, wenn auch auffällig besser als das Rally-Rennspiel im letzten Jahr.
WRC 2: FIA World Rally Championship 2011 - WRC 2: ADAC Rally Deutschland (Honda Civic)
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Lang und ausdauernd
Kernstück in WRC 2 ist die Karriere und diese ist alles andere als kurz. Angefangen mit den Rennen als Neuling in denen uns nur langsame Rallywagen zur Verfügung stehen, arbeitet man sich stetig weiter hoch an die Spitze. Dabei müssen die Zeiten gut aussehen und das eigene Personal verwaltet werden. Mit steigendem Bekanntheitsgrad werden auch echte WRC Teams auf uns aufmerksam und so gelingt der Sprung in die Königsklasse des Rally Rennsports.
Leider wird hier zu wenig Anreiz geboten, zwischen den verschiedenen Sponsoren einer Klasse zu wählen, da alle sehr ähnliche Anforderungen bei sich nicht unterscheidenden Vergütungen offerieren. Etwas mehr Differenzierung hätte hier wirklich gut getan.
Nichts desto trotz ist und bleibt WRC 2 ein Rally Rennspiel und das heißt fahren, fahren, fahren. Zu der umfangreichen Karriere bis zur WRC tragen die Special Stages und Spielmodi wie Einzelrennen, Zeitrennen, Einzelrally sowie ein Hot-Seat Modus für bis zu vier Spieler bei. Wem das nicht reicht, der kann auch online gegen andere Fahrer antreten und sich bei einzelnen Rennen oder ganzen Meisterschaften beweisen.
Man hat also stets alle Hände voll zu tun, egal ob mit fahren oder verwalten. Wären dabei nicht die teils unglaublich umständlichen Menüs im Wege. Diese sind zum einen ziemlich trocken präsentiert - damit könnte man leben - zum anderen jedoch auch oftmals umständlich zu bedienen. Wie bereits im Vorgänger klickt man sich mit der Tastatur durch die verschachtelten Untermenüs um hoffentlich das richtige zu finden. Einmal gefunden sind dennoch zu viele Optionen nicht sofort ersichtlich und man fühlt sich in der Navigation eingeschränkt. Glücklicherweise hält man sich nur zu geringen Teilen des Rennspiels in den Menüs auf.
Einen Schritt nach vorn hat hingegen die grafische Präsentation gemacht. Mit WRC: FIA World Rally Championship wurde die Rally Weltmeisterschaft sehr trist präsentiert. Wie im Vorfeld angekündigt, hat Milestone bei WRC 2 kräftig an der Grafik gearbeitet und das Spiel zeigt sich von einer wesentlich ansprechenderen Seite.
Mit dem grafisch unglaublichen DiRT 3 kann WRC 2 zwar nicht mithalten, verstecken muss sich das Spiel dennoch nicht. Selbst die aus dem Vorgänger bekannten Rennstrecken hat Milestone ordentlich poliert und mit neuen Streckenobjekten, schönerer Vegetation und generell ansprechenderem Auftreten versehen, so dass die Jagd nach besseren Etappenzeiten nun auch optisch deutlich mehr Spaß macht.
Verändert und dennoch nicht ausgereift
Auch beim Fahrverhalten wurde geschraubt. Einer der am meisten kritisierten Punkte im Vorgänger wurde angegangen und zeigt entsprechende Änderungen. Leider wirkt das Fahrverhalten noch immer nicht ausgereift. Zwar bietet es eine ordentliche Mischung aus Arcade und Simulation, doch bei immer wieder auftretenden unvorhersehbaren Abflügen ins Dickicht bleibt der Spaß schnell auf der Strecke.
Glücklicherweise hat Milestone bei der Konkurrenz gespickt und somit findet der weniger ambitionierte Rallyfan nun auch in WRC 2 eine Rückspulfunktion. Wurde also eine Kurve versemmelt, kann bequem zurückgespult und die Passage noch einmal gefahren werden. Wenn auch nicht so perfekt umgesetzt wie in Rennspielen von Codemasters oder der Forza Motorsport Reihe von Turn 10, wird damit dennoch ein großer Frustfaktor beseitigt.
Detailliertes Setup und echter Schaden
Für versierte und vor allem ausdauernde Rally Fans bietet WRC 2 ein noch detaillierteres Fahrzeugsetup bei dem per Schieberegler an vielen Teilen des Fahrzeugs gedreht werden kann. Positiv ist hierbei auch anzumerken, dass sich die Einstellungen des Setups spürbar auf das Fahrverhalten auswirken. Somit kann für den eigenen Fahrstil auch das optimale Setup gesucht werden.