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Schnusenberg kritisiert englischen Fußball-Kapitalismus
#1
Hey Leute!Ich bin ein großer Schalke04-Fan und würde gerne eure Meinung dazu wissen:

"Wir kämpfen gegen fremde Investoren in der Bundesliga", sagt Schalkes Vorsitzender Josef Schnusenberg im Gespräch mit schalke04.de.

Herr Schnusenberg: "Tore und Gewinne" heißt eine neue Veranstaltungsreihe des FC Schalke 04, die am 10. Februar startet. Was hat es damit auf sich?
Wir wollen eine dringend notwendige Debatte anstoßen über die sportlichen und wirtschaftlichen Aspekte des Fußballs in Europa. Zu jeder Veranstaltung laden wir einen Experten und Gäste aus Wirtschaft und Wissenschaft ein. Unser erster Experte ist Günter Netzer, der als Geschäftsführer der Vermarktungsgesellschaft Infront Sport und Media AG der Debatte wichtige Impulse geben wird.

Aber warum stößt Schalke 04 so eine Debatte an?
Weil Schalke 04 als einer der markantesten Clubs in Europa mitreden und mitgestalten will. Außerdem sind wir nachdrücklich der Meinung, dass wir viel dominanter die Stärken unser Bundesliga in Europa einbringen müssen.

Konkreter bitte.
Wenn ich zum Beispiel einem Engländer erklären soll, wem Schalke 04 gehört, versteht er die Welt nicht mehr. Schalke 04 gehört keinem arabischen Scheich, keinem russischen Milliardär oder einem anderen reichen Onkel. Schalke 04 gehört den Mitgliedern. Noch ist es nicht möglich, dass ein fremder Investor einen deutschen Verein übernehmen kann. Der Druck auf diese Regel wächst, aber wir von Schalke 04 kämpfen gegen jede Aufweichung dieser Regel.

Angenommen, alles bleibt beim Alten. Was bedeutet diese deutsche Regel für die ausländischen Ligen?
Für mich steht fest, dass die Bundesliga das Zukunftsmodell für Europa ist, weil die seriöse Finanzierung unserer Vereine ein langfristiger Wettbewerbsvorteil ist. Unsere Bilanzen sind grundsolide und entsprechen dem Prinzip des ehrbaren Kaufmanns. Dieses Prinzip bedient eine Moral, die alles darauf setzt, vorausschauend vernünftig zu handeln, um den Nutzen zu mehren und Nachteile abzuwenden.

Na ja, das hört sich ein wenig staatsmännisch an.
Richtig ist doch, dass wir in Deutschland weltweit die besten Stadien mit einer vorbildlichen Infrastruktur haben. Und trotzdem bieten wir bezahlbare Ticketpreise an. Wir wollen nicht, dass unsere Fans keine Chance mehr haben, das Stadion zu besuchen. Hören wir also bitte damit auf, unsere Bundesliga schlecht zu reden. Unsere Bundesliga trägt den Stempel "Made in Germany" und diese Marke sollten wir mit aller Kraft schützen.

Ihre Kritiker werfen Ihnen vor, dass Sie der Bundesliga mit Ihrem Nein zu Mehrheitsübernahmen den Geldhahn zudrehen.
Jetzt aber mal ganz ruhig. Die Bilanz eines Fußball-Vereins besteht ja nicht nur aus Soll und Haben, sondern auch aus Tradition und Leidenschaft. Natürlich muss ein Proficlub wie ein Unternehmen geführt werden, um alle Marktchancen konsequent zu nutzen. Denn der daraus entstehende Mehrwert schafft neue Ressourcen für die Finanzierung starker Spieler und dies wiederum bildet die Grundlage für sportliche Erfolge. Aber dieses unternehmerische Wirken muss korrespondieren mit dem Wesen des Vereins.

Sie meinen: Treue statt Geld?
Ich will hier keine Gegensätze aufbauen. Nur bin ich der Meinung, dass der Verein für Hingabe und Treue steht. Das sind Werte, um die sich jedes Unternehmen reißen würde. Schalke gehört den Schalkern und mit diesem klaren Bekenntnis sind wir erst in der Lage, die Marke kontinuierlich weiter zu entwickeln. Wir wären ja dumm, wenn wir unsere Marke fremden Eigentümern opfern würden. Denn dass es sich um einen Opfergang handelt, wird wohl keiner bezweifeln. Schließlich ist der fremde Investor kein Mäzen, der die Gene des Vereins achtet, sondern ein Unternehmer, der ausschließlich Rendite erwirtschaften möchte.


Quelle:

http://www.schalke04.de/news_details.html?&tx_ttnews[backPid]=1&tx_ttnews[tt_news]=13723&cHash=3d47e7f4ad
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