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Dakar 18 Test

Dakar 18 im Test: Auf der Suche nach der Richtung


Alexander Weißgerber, 20.10.2018
Das es ein Rennspiel zur wohl berühmtesten Langstrecken-Rally der Welt gibt, liegt lange zurück. Mit Dakar 18 wagt der Entwickler Bigmoon Entertainment den Schritt in die Wüste, um mit moderner Technik die Spieler zu begeistern und das Gefühl der wohl berühmtesten Langstrecken-Rally der Welt für jeden erlebbar zu machen.

Hübsch und groß

n/a Der letzte Dakar Titel wurde im Jahr 2003 veröffentlicht. Das liegt also 15 Jahre zurück, in denen sich sowohl technisch als auch spielerisch ganz neue Möglichkeiten ergeben haben. Dessen war sich Bigmoon bewusst und hat durch die Nutzung der Unreal Engine reichlich neue Optionen genutzt, um die große Spielwelt darzustellen und gleichzeitig für einen optische Leckerbissen zu sorgen.

Hübsch ist Dakar 18 also auf jeden Fall geworden. Egal ob endlose Dünenlandschaften in der Wüste, idyllische Sandstrände mit Palmen, dichte Wälder oder Canyonschluchten mit riesigen Felsmassiven, das ganze wirkt realistisch und ist schick umgesetzt. Hinzu kommen tolle Wetter-, Licht- und Partikeleffekte, die für passende Stimmung sorgen, egal ob bei Sonnenschein oder Regen mit Sturm und Blitzen.

Auch die Präsentation der Fahrzeuge und Spielerfiguren, sehe ich mal von der holprigen Laufanimation ab, kann sich definitiv sehen lassen und ist schick anzusehen.

Eine Physik die sich nicht entscheiden kann

Hinzu kommt, dass der befahrene Untergrund stets spürbaren Einfluss auf das eigene Vehikel hat. Sei es Wüstensand auf dem die Räder wenig Haftung haben, einsinken und womöglich auch mal feststecken, oder felsiger Untergrund, der mit scharfen Steinen gespickt sein kann. Wenn man darüber hinweg fährt, fühlt es sich nachvollziehbar an. Und genau das sorgt auch für reichlich Gefahren.

n/a Die gerade angesprochenen scharfen Steine sorgen gerne mal für einen platten Reifen, der erst wieder geflickt werden muss, weil sonst das Weiterkommen zu einer echten Tortour wird. Schaffe ich es hingegen die natürlichen Fallen rechtzeitig zu erkennen und höre auf die Warnungen des Copiloten, lassen sich solche Übel vermeiden. Doch wie das häufig so ist, übermannt mich dennoch das eine oder andere Mal der Eifer und ein Sprung über Dünenkuppen endet in endlos scheinenden Flügen durch die Luft, bei denen der Aufprall das gesamte Fahrwerk in Mitleidenschaft zieht, die Karosserie deformiert wird weil sich der Wagen überschlägt und das alles für so manchen komplexen Schaden am Fahrzeug führt.

Klingt alles wirklich spannend, ist es im Grunde auch, wäre da nicht das Problem, dass die Entwickler sich offenbar nicht so recht entscheiden konnten, ob Dakar 18 nun mehr eine Simulation sein soll oder doch eher ein weniger anspruchsvoller Arcade Racer. Der Spagat zwischen Zugänglichkeit, nachvollziehbarem Fahrverhalten und Spielspaß ist keineswegs einfach, wurde bei Dakar 18 aber offenbar nicht genug geübt.

Immerhin verhalten sich die Fahrzeuge insbesondere beim Thema Lenkung sehr merkwürdig. Zum Einen, weil einerseits das Lenkverhalten viel zu nervös ist, und zum anderen, weil der Lenkradius zusammen mit der Beschleunigung beziehungsweise Geschwingkeitsverringerung merkwürdige Reaktionen an den Tag legt.

Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte - was bleibt einem auch anderes übrig - fand ich Wege, die Richtungsänderung so zu gestalten, dass der Pickup einigermaßen steuerbar wurde. In dem Zusammenhang wirkt sich das angesprochene Schadensmodell leider auch nicht so ganz stimmig auf das Fahrverhalten aus. Zwar wird es wirklch schwer, geradeaus zu fahren oder sandige Etappen erfolgreich zu absolvieren, wenn ein Reifen defekt ist. Ein ramponiertes Getriebe, defekter Kühler, angeschlagene Aufhänger oder ähnliches wirkt sich hingegen kaum spürbar auf das Fahrgefühl aus.

Endlose Weiten

n/a Wie es sich für die Wüste gehört, ist alles riesig, weit und scheinbar endlos. Diese schier nicht enden wollende Landschaft wird in Dakar 18 ausgiebig genutzt. Schließlich soll Dakar 18 eine realistische Simulation der berühmten und vermutlich herausforderndsten Rally der Welt sein, so kündigte es Bigmoon Entertainment jedenfalls an.

Realismus in Bezug auf das Fahrverhalten ist, wie vorab schon angesprochen, nicht unbedingt gegeben, dafür aber im Sinne von Etappenlänge. Immerhin kann eine Etappe auch schnell mal eine Stunde dauern. Und wenn ich mich dann mal verfahren habe ist Frust vorprogrammiert. Weil das Lesen des Roadbooks doch einiges an Erfahrung erfordert und der Beifahrer - ich hatte glücklicherweise einen, nicht jede Fahrzeugklasse wartet mit dieser Hilfe auf - mal wieder so wirr geredet hat, dass ich nicht rechtzeitig abgebogen bin, muss und ich entweder zurück fahren, oder von einem vorherigen Checkpoint neu starten. Letzteres berechnet mir satte 15 Minuten Strafe, oder ich beginne die Etappe komplett von vorn.

Das ganze jedoch auf dem Anfänger Schwierigkeitsgrad, der von den Entwicklern dringend ans Herz gelegt wird, wenn man zum ersten Mal Dakar 18 durchspielen möchte. Daran wird schnell ersichtlich, dass Dakar 18 nicht jeden ansprechen soll, kein Spiel für zwischendurch ist und sicher auch nur eine recht kleine Zielgruppe hat.

Unterschiedliche Fahrzeuge, unterschiedliche Herausforderungen

Für all diese Abenteuer stehen, wie bei der echten Dakar Rally auch, fünf verschiedene Fahrzeugklassen zur Auswahl. Hierbei handelt es sich um Autos, Motorräder, Trucks, Quads und SXS-Fahrzeuge.

n/a Wie im wahren Leben auch, muss ich mich als Spieler zu Beginn für eine Kategorie entscheiden. Anschließend kann ich noch aus einem Team wählen, doch dann geht es auch schon ab auf die Piste und ein späterer Fahrzeugwechsel zwischen den insgesamt 14 Etappen ist nicht mehr möglich. Möchte ich also doch lieber statt Motorrad, weil ich hier komplett allein unterwegs bin und mich einzig und allein auf mein Roadbook verlassen muss, auf ein Auto wechseln, beginnt die Karriere von vorn. Habe ich also schon 13 Etappen absolviert und mich überkommt der Wunsch nach Abwechslung, muss ich alle 13 Etappen noch einmal absolvieren.

Dakar Punkte (ohne Auswirkung)

Für all die Mühen die ich auf mich nehme, Staub zu schlucken und bei sengender Hitze das Auto zu reparieren, dabei noch massig Zeit verliere und in der Rangliste weiter nach unten rutsche, kassiere ich sogenannte Dakar Points. Diese Punkte gibt es im Übrigen auch dafür, einen steckengebliebenen Kollegen aus der Patsche zu helfen, doch das kommt nicht sonderlich oft vor, denn meist ist man allein auf weiter Flur unterwegs.

Zudem bringen mir im Anfängermodus die Dakar Punkte reichlich wenig, denn ich sammle sie ordentlich ein, muss aber keine einlösen. Eine Echte Bedeutung erhalten sie erst, wenn man in einem höheren Schwierigkeitsgrad unterwegs ist. Dann wird Dakar 18 noch mehr zu einer echten Herausforderung, denn wenn die Navigationshilfe am oberen Bildschirmrand wegfällt, ist die Routenfindung nochmals deutlich erschwert.

Abwechslungsreiche Spielmodi die aber auch nerven können

Eine Besonderheit bringt Dakar 18 mit. Der Splitscreen Modus, mit dem auch zwei Freunde gemeinsam auf Erkundung gehen können. Damit wird die ansonsten doch recht eintönige Suche nach der Strecke und gleichzeitiger Hatz nach schnellen Zeiten auf interessante Weise aufgepeppt.

Nervig hingegen kann der Schatzsuche Modus werden. Dabei gilt es recht absurde Objekte in Kisten zu suchen, bei denen es sich zum Beispiel um eine Panflöte handelt. Zunächst muss ewig lange zu einer Schatztruhe gefahren, dann aus dem Fahrzeug ausgestiegen und schließlich zu Fuß nach dem Objekt der Begierde gesucht werden.
 

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Dakar 18 Logo

  • PlayStation 4:
    25.09.2018
    PC:
    25.09.2018
    Xbox One:
    25.09.2018
  • Webseite: n/a
  • Entwickler: Big Moon Entertainment
  • Publisher: Deep Silver
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