x
Neuigkeiten
Rennspiele A-Z
Forum
Rennspiel Testberichte
Team
Jobs

Willkommen

Willkommen! Login | Registrieren Willkommen Gast, klicke hier um Dich anzumelden!

Du hast noch keinen Account? Registriere Dich kostenlos und lege damit ein neues Benutzerkonto an. So wirst auch Du Teil unserer Rennspiele Community!

Forza Horizon Test

Forza Horizon im Test: Viel Freiheit der schneller als gedacht die Puste ausgeht


Alexander Weißgerber, 12.11.2012
Mit halsbrecherischer Geschwindigkeit jage ich durch die S-Kurvenformation um trotz kontrolliert eingesetzter Bremse doch noch den Zaun zu touchieren und ein wenig zu schlingern. Doch dort vorn ist das Ziel, deutlich zu sehen in greifbarer Nähe. Nur noch geschätzte fünfhundert Meter. Der Gegner sitzt mir im Nacken, ich spüre förmlich die Hitze seines Zwölfzylinder Aggregates denn er hängt mir direkt im Kofferraum und setzt zu einem letzten Versuch mich zu überholen an. Zweihundert Meter, einhundert Meter, fünfzig Meter – Ziel! Wusch, es wird in die Onboard Perspektive geschaltet, das Ergebnis eingeblendet, ich bestätige es und wusch zum zweiten, die Fahrt geht nahtlos weiter.

Wir befinden uns in der freien Fahrt eines Forza Motorsport Rennspiels – das gab es bislang nicht und ist somit ein absolutes Novum der langjährigen und hoch erfolgreichen Rennspiel Reihe auf Xbox Konsolen von Microsoft. Doch nur weil es jetzt eine frei befahrbare Spielwelt gibt heißt das nicht, es wäre alles neu, alles anderes, alles besser. Wir haben viele Stunden hinter dem virtuellen Lenkrad in Forza Horizon verbracht und wollen euch an dieser Stelle einen ausführlichen Eindruck zu den Neuerungen und Veränderungen im Forza Universum geben.

Gleich zu Beginn haben wir es versucht auf den Punkt zu bringen, in Forza Horizon verhält sich so manches grundlegend anders. Weiterhin werkelt unter der Haube die altbekannte, wenn auch leicht modifizierte Forza Engine und auf den ersten Blick sichtbar wird eine komplett neue, scheinbar riesige Spielwelt, die zudem in einem freie Fahrt Modus nach Belieben durchstreift werden kann.

n/a Kleiner und eingegrenzter als gedacht

Bereits im Vorfeld wurde von vielen wartenden Fans die Hoffnung geäußert, dass Forza Horizon das bessere Test Drive Unlimited werden könnte. Um es jedoch gleich vorweg zu nehmen, Horizon kann nur äußerst schwer mit TDU verglichen werden. Die Hoffnungen wurden nicht erfüllt, sofern man nicht mit der rosaroten Brille unterwegs ist.

Es hieß, Colorado würde virtuell nachgebaut und man könne in einer schier unglaublich großen Landschaft die tollsten Rennen seines Lebens fahren. Die Spielwelt ist groß, doch verglichen mit der Konkurrenz muss sich klar zurück stecken. Der bereits angeführte Vergleichstitel TDU bietet mit Oahu eine bereits wesentlich größere Karte, zieht man noch die aus dem zweiten Teil hinzugekommene Ibiza Insel mit zum Vergleich heran, erscheint Forza Horizon wie ein Dorf.

Doch halt, Größe allein ist ja schließlich nicht alles. Die Landschaft in Horizon ist toll umgesetzt. Für eine Konsole mit inzwischen fünf Jahren auf dem Buckel sieht das gebotene sogar stellenweise noch richtig atemberaubend aus. Sicher, an der einen oder anderen Stelle hätten schärfere Texturen niemandem geschadet, etwas mehr Polygonreichtum könnte ebenso positive Wirkung zeigen. Lässt man jedoch das Auge in die Ferne schweifen, dann bleibt einem dennoch der Mund so manches Mal offen stehen.

n/a Eine Weitsicht die wirklich beeindruckt. Ein Panorama das sentimentale Gemüter sofort dahinschmelzen lässt und ein Abwechslungsreichtum der im Verlauf einer Fahrt durch die Landschaft ebenfalls überzeugen kann. Somit relativiert sich die doch nicht ganz so ausufernd wie erwartete Kartengröße und es macht einfach Spaß, das Gaspedal durchzudrücken und das Geschwindigkeitsdrang freien Lauf zu lassen.

Fahren, wie es im Buche steht

Exakt an dieser Stelle erkennt man wieder den Kern von Forza Horizon. Es geht um fahren, es geht um Kontrolle und es geht darum, mit nachvollziehbarer Fahrzeugphysik Spaß zu haben. Als Basis dazu dient die sogenannte Forza DNA.

Im Detail heißt das, wer Forza Motorsport kennt und insbesondere mit Forza 4 seinen Spaß hatte, der wird bei Forza Horizon sofort wissen, wo der Hase lang geht. Die Fahrzeugphysik basiert auf der bekannten und bewährten Physik aus Forza 4. Damit es jedoch nicht zu realistisch oder gar anspruchsvoll wird und damit ein entsprechend größeres Publikum angesprochen werden kann, sind die Autos etwas zahmer und das gesamte Fahrverhalten ein wenig mehr auf Arcade ausgerichtet.

n/a Negativ wirkt das jedoch absolut nicht. Es macht höllisch viel Spaß über die breiten Highways zu brettern, verschlungene Bergstraßen zu erklimmen und dabei ständig die Handbremse zu nutzen um bei einem Hecktriebler das Driften in vollen Zügen zu genießen. Generell läuft das alles gefühlt etwas zäher als in Forza 4 – nicht das die Eingaben verzögert angenommen würden oder die Reaktionen unkontrolliert wirken – vielmehr muss man hier die Ursache wohl in der geringeren Framerate suchen.

Schick und schnell und doch gedrosselt

Forza Horizon läuft nicht mit den bekannten 60 Frames eines Forza 4, es sind nur noch 30. Klar, das ist weiterhin flüssig und lässt sich, wie bereits angesprochen, sehr gut steuern, und dennoch merkt ein erfahrener Spieler, dass es nicht ganz die Eleganz hat, die dem großen Bruder so viel Lob brachte.

Der Grund ist die frei befahrbare Landschaft. Forza Motorsport war schon immer schick, legte mit jedem neuen Teil die Messlatte auf der Xbox wieder ein Stück höher, konnte dabei jedoch stets auf genügend Tricks zurückgreifen, die durch begrenzte Strecken einem Entwickler zur Verfügung stehen. Bei Horizon muss auf diese Tricks weitestgehend verzichtet werden und sofort ist die inzwischen etwas angestaubte Leistung der Xbox 360 ein Hindernis um noch schönere Grafik auf den Schirm zu zaubern oder das gezeigte mit hervorragenden 60 FPS darzustellen.

n/a Ein wenig schade ist in diesem Atemzug auch gleich noch die Tatsache, dass die offene Spielwelt zwar wirklich offen ist, an einigen Stellen sogar richtig weite Flächen frei befahrbar macht. Doch anderswo sind unsichtbare Wände aufgestellt um eine Weiterfahrt unmöglich zu machen. Oder es stehen Zäune am Streckenrand die fester als eine massive Betonwand sind und auch hier der Fahrt ins Grüne Einhalt gebieten.

Bis hier und nicht weiter

Da lassen sich stellenweise Holzzäune umfahren, es gibt sogar Punkte für „tolle Zerstörung“ und eine Belohnung in Form eines „Wink mit dem Zaunpfahl“ Bonus, die besagten Zäune zur Begrenzung der Strecke sehen jedoch nahezu gleich aus, lassen sich aber nicht umfahren. Hier bot das inzwischen 5 Jahre alte Test Drive Unlimited schon mehr freie Fläche.

Ebenso verhält es sich bei Rennen. Hier kann nicht von der vorgegebenen Route abgewichen werden. Das ist im Prinzip nicht schlecht, wurde bei anderen Open World Titeln jedoch auch schon ohne Streckenbegrenzung umgesetzt.
Alles zusammen genommen ist das natürlich eine Kritik auf recht hohem Niveau. Forza Horizon macht Spaß, daran gibt es nichts zu zweifeln. Es ist zudem eine willkommene Abwechslung im Forza Motorsport Universum. Immerhin boten bereits vier Rennspiele zuvor lediglich fest vorgegebene Rennstrecken ohne jegliche Ausweichmöglichkeiten. Man konnte nicht auf freier Strecke einen anderen Fahrer zu einem Rennen herausfordern, es gab nicht diese unglaubliche Weitsicht und Abwechslung war auch recht mager – immer wieder wurden die gleichen Strecken gefahren – doch es machte auch dort enorm viel Spaß.

2013 SRT Viper Bei Horizon bleibt dennoch an zahlreichen Stellen ein fader Beigeschmack in Erinnerung. Die Landschaft, so schön sie auch gestaltet wurde und so abwechslungsreich sie auch sein mag, bietet zu wenig Drumherum. Man düst durch die Gegend, mehr aber auch nicht. Klar, ständig versucht man Punkte zusammeln und damit auf der Beliebtheitsskala aufzusteigen. Das ganze wird einem ständig – wenn auch ausblendbar – oberhalb des Bildschirms angezeigt. Punkte für Drifts, für Sprünge, für Zerstörungen, für Geschwindigkeit, haarscharf passierte andere Fahrzeuge und vieles mehr.

Wo ist der Langzeitspielspaß geblieben?

Das animiert ständig dazu, irgendwelche haarsträubenden Manöver auszuführen, doch auf Dauer motiviert es zu wenig. Ist die Karriere einmal durchgespielt, bleibt noch der komplett vom Einzelspieler getrennte Multiplayer Part. Leider gibt es keine Symbiose aus Einzelspielerfahrt in Colorado, der Begegnung mit anderen menschlichen Spielern und den damit verbundenen Möglichkeiten, auch diese direkt zu einem Rennen herauszufordern.

Beschäftigen tut einen Forza erfahrenen Spieler die Karriere ausreichend lange. Der Reiz, alle Achievements zu erreichen ist groß, doch der Fuhrpark ist deutlich eingeschränkter als bei Forza 4 und das, obwohl Turn 10 doch scheinbar die Lizenzen besitzt. Da kommen schnell Vermutungen auf, dass der Käufer weiter ordentlich gemolken werden soll. Schon jetzt sind unzählige DLCs angekündigt und ein Ende ist nicht in Sicht.

n/a Was Horizon sehr cool in Szene setzt, wenn auch auf Dauer mit zahlreichen Wiederholungen verbunden, ist der Party Faktor. Das Horizon Festival, Dreh- und Angelpunkt der um die Karriere herum gestrickten Story des aufsteigenden neuen Rennfahrers, ist eine Party Hochburg für Tuning Fans schlechthin. Auch hier lässt Horizon bei der Präsentation ordentlich die Muskeln spielen.

Der erstmals in einem Forza Rennspiel vorhandene Nachtmodus, dazu noch dynamisch, wirkt unglaublich, wenn man durch die dunkle Landschaft rauscht und in der Ferne die Scheinwerfer des Festivals leuchten sieht. Kommt man dem Horizon Festival näher, werden es mehr Fahrer die ebenfalls dort hinströmen und das ist einfach gut in Szene gesetzt.

Doch was bringt mir das Horizon Festival, wenn man immer wieder dort hingurken muss, um sich ein neues Armband abzuholen, das im Verlauf der Karriere gewonnen wurde? Oder warum muss man die einzelnen Rennen, obwohl man die gesamte Karte bereits abgefahren hat, damit also alle Straßen erkundet sind, immer selber anfahren? Klar, es gibt Außenposten die gewisse Routen erleichtern, aber man kann nicht zu einem Rennen direkt über die Streckenkarte hinspringen. Es muss gefahren werden, was auf Dauer ziemlich nerven kann.

Hier kommt zum Glück wieder das tolle Fahrverhalten als Rettung. Würde sich Forza Horizon nicht so gut fahren, wäre mehr Frust als Fun das Ergebnis. So kann den ständigen Fahrten dennoch das positive Erlebnis, mit einem schönen und womöglich auch schnellen Auto unterwegs zu sein, abgewonnen werden. Immerhin muss man auch durch die Gegend fahren, wenn man Autos tunen möchte, eine Lackierung geändert werden soll oder auch ein neues Armband abgeholt wird. Die Außenposten verkürzen zwar auch die eine oder andere Fahrt, lassen dazu sogar Schnellreisen durch den Einsatz von Credits zu, sind aber spärlich gesät.

n/a Konkurrenten mit zu großer Klappe

Betrachten wir die einzelnen Rennen der Karriere, sind wir im Prinzip beim typischen Forza Motorsport gelandet. Abgesperrte Kurse mit bis zu sieben Gegnern, die stets um den ersten Platz rangeln.

Es macht höllisch Spaß. Der Schwierigkeitsgrad ist fair, die Strecken gut ausgesucht und die Gegner-KI auf einem angemessenen Niveau. Für Einsteiger sorgt der Schwierigkeitsgrad „leicht“ für problemlose Siege, echte Forza Profis können sich dagegen mit „schwer“ wahrhaftig die Zähne an der Konkurrenz ausbeißen.

Was auch hier auf Dauer total nervt, sind die teils absolut schwachsinnigen Kommentare vor Beginn eines Events. Es gibt im Verlauf der Horizon Rennen immer sogenannten Zwischengegner die extra Punkte bringen, wenn man sie innerhalb der normalen Rennen besiegt. Nach erreichen einer bestimmten Gesamtpunktzahl fordern sie den Spieler zu einem Kopf an Kopf Rennen heraus. Hier geht es um nichts Geringeres als die Papiere des Fahrzeugs mit dem gefahren wird.

Was diese Konkurrenten jedoch so manches Mal zum Besten geben, lässt auf einen IQ von Toastbrot schließen. Da werden Sprüche geklopft, bei denen jeder Autoliebhaber die Hände über dem Kopf zusammenschlägt. Beispielsweise wird von einer Schrottkarre gesprochen, wenn man einen Ferrari F40 am Start stehen hat. Unpassender geht es wohl kaum noch. Doch das soll wohl zur Motivation beitragen und die Gegner überheblich präsentieren, womit das Erlebnis ihn zu besiegen scheinbar größer wird.

Jederzeit für ein Rennen aufgelegt

Keine große Klappe haben die Fahrer auf der Straße. Düst man also einfach so durch die Gegend, kommen einem immer wieder andere Horizon Festival Teilnehmer vor die Linse. Diese können direkt im Freie Fahrt Modus zum Rennen herausgefordert werden. Das gibt Punkte, nicht mehr und nicht weniger. Je nach angezeigter Schwierigkeit wird das Rennen zu einer echten Herausforderung oder einem kurzweiligen Spaß zwischendurch um die Portokasse aufzubessern.

n/a Ebenfalls sehr reizvoll und auch wirklich etwas Neues sind die Showrennen. Hier ist Show wirklich groß geschrieben, denn mal fährt man gegen ein Propellerflugzeug, ein anderes mal gegen Heißluftballons. Das ganze wird grandios in Szene gesetzt und macht wirklich Spaß.

Zwischendurch locken außerdem noch illegale Straßenrennen die von verschiedenen Streetracer Gruppen veranstaltet werden. Erst ab einem bestimmten Spieler-Level darf man sich an gewissen Rennen einschreiben. Das bringt Geld und Ansehen, was perfekt zum Party und Street-Racer Ambiente von Forza Horizon passt.

Der Umfang anhand von normalen Festival Rennen aufgeteilt in mehrere Armband-Klassen, Straßenrennen während der freien Fahrt, illegalen Veranstaltungen und Show Rennen plus andere Herausforderungen wie auf der Karte verteilte Blitzer, Geschwindigkeitszonen und dem auffinden von Scheunenfundfahrzeugen ist groß. Damit werden im Prinzip die Kritikpunkte aufgewiegelt und es kristallisiert sich ein tolles Rennspiel heraus.

Verglichen mit dem grandiosen Vorgänger Forza Motorsport 4, kann die Karriere und der Langzeitspielspaß nur begrenzt mithalten. Geschätzte dreißig bis vierzig Stunden sind gut und gern motivierend, doch weitaus mehr als einhundert Stunden fesselnden Rennen eines Forza 4 werden nicht erreicht.

Koop mal anders

Hervorzuheben ist außerdem der, wenn auch alles andere als optimal umgesetzte, Koop Modus in Horizon. Hier kann man verschiedene Herausforderungen zusammen mit einem oder mehreren Freunden absolvieren, kassiert dabei teils richtig satte Credits und hat gleichzeitig mächtig Spaß mit den anderen.

n/a Die Anmerkung, der Koop Modus wäre nicht optimal umgesetzt bezieht sich hierbei auf die Art der Auswahl von entsprechenden Herausforderungen. Will man beispielsweise eine Tagestour mit BMW Fahrzeugen machen oder auch eine Nachtfahrt mit Klassikern die mehr als eine Millionen Credits wert sind, muss man mühsam auf der Karte den Anfangspunkt selber suchen. Ebenso muss man die Landkarte zu hundert Prozent auswendig kennen um das Ziel als Koordinateneingabe für das GPS wählen zu können.

Neben dem Koop Mehrspieler gibt es auch freie Rennen bei denen man entweder vorgegebene Rennen fährt oder auch Party Spiele wie „König“ unternimmt, bei denen einer der Teilnehmer eine Krone auf dem Fahrzeug hat, die durch Rammen von anderen Spielern abgenommen werden muss. Wer schlussendlich die Krone am längsten hatte, ist Sieger.
 

Kommentare

Es wurde noch kein Kommentar abgegeben.
Sei der Erste und teile anderen Deine Meinung mit!
 
 

Kommentar schreiben

Um einen Kommentar abgeben zu können bitte einloggen oder registrieren!

Willkommen

Willkommen! Login | Registrieren Willkommen Gast, klicke hier um Dich anzumelden!

Du hast noch keinen Account? Registriere Dich kostenlos und lege damit ein neues Benutzerkonto an. So wirst auch Du Teil unserer Rennspiele Community!

Forza Horizon Logo

Suche