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Race Driver: GRID 2 Test

Race Driver: GRID 2 im Test: Unausgereifter Nachfolger mit Spielspaß der zuviel Raum nach oben bietet


Alexander Weißgerber, 02.06.2013
Fünf Jahre mussten die Fans des ersten Race Driver GRID warten, doch nun endlich startet der Nachfolger durch und will die Messlatte für Rennspiele und den damit gebotenen Spielspaß höher legen. Codemasters Racing hat sich einiges vorgenommen und vorab große Ankündigungen gemacht. Trotz aller Hoffnungen und Wünsche kann GRID 2 die Marketingfloskeln jedoch nicht in echte Faszination umsetzen.

Woran das liegt und was GRID 2 trotzdem zu bieten hat, konnten wir durch unzählige virtuelle Kilometer Autorennen und Millionen von imaginären Fans in Erfahrung bringen.


GRID 2 Preview Version Es beginnt ganz harmlos. Wir starten direkt mit dem ersten Rennen und sollen zeigen, welches Potential in uns steckt. Unter einer Hochbahn tobt die Menge und die Motoren brüllen, Funken sprühen von oben herab. Das Gaspedal durchgetreten und die Action beginnt. Die Fans stehend jubelnd neben der Strecke und wenn ein Wagen in die Bande kracht gibt es passende Kommentare der Zuschauer. Wir arbeiten uns bis auf die zweite Position vor doch dann ist das Rennen auch schon vorbei. Es waren nur zwei Runden - kurze Runden.

Ein optischer Leckerbissen

Alles nicht neu? Richtig. Tolle Grafik und ein dynamisch auf das Renngeschehen reagierendes Publikum, gab es auch schon in früheren Codemasters Rennspielen. GRID 2 legt in puncto Präsentation nochmal ordentlich zu. Die Grafik sieht authentischer aus, frohlockt mit schöneren Farben wenn die Sonne hoch oben am Himmel steht und begeistert mit unglaublichen Lichteffekten wenn es dunkel wird.

Die trüben, von starkem Braunstich geprägten Zeiten eines Race Driver GRID sind vorüber. Nur wenn die Sonne kurz über dem Horizont hängt, zeigen sich warme Farbtöne. Daneben warten sonnendurchflutete Landschaften, Städte mit riesigen Wolkenkratzern und nebelgraue Serpentinen auf den Fahrer. Richtige Wettereffekte gibt es jedoch nicht. Weder regnet es noch gibt es andere meteorologische Erscheinungen. Dafür jedoch wurde bei der Landschaftsgrafik nochmal optimiert und Strecken wie die Kalifornische Küste oder Cote D'Azur laden förmlich zu einem Urlaub ein. Auch Miami oder die anderen Stadtkurse wie Dubai oder Paris wirken noch dreidimensionaler, plastischer und lebendiger. Das alles trägt wirklich positiv zur Atmosphäre bei.

Trotz aller lobenden Worte zur Grafik scheint man bei Codemasters die Zuschauer vergessen zu haben. Auch wenn diese animiert sind, auf das reagieren, was auf der Strecke passiert und dem Spieler inzwischen sogar direkt zurufen wenn man sie besonders dicht passiert, optisch passen sie nicht so recht ins Gesamtbild. Zu trostlos wirkt ihre Darstellung und die Animationen sind noch immer wenig abwechslungsreich und hölzern. An diesem Punkt ist in den letzten Jahren keine spürbare Verbesserung zu erkennen.

n/a Doch zurück zum Spielgeschehen, denn hier wollte Codemasters so richtig punkten. Die Rede war vorab von einer Geschichte um die World Series Racing (WSR) - eine Rennserie die zur besten der Welt werden soll. Scheinbar gibt es noch nicht genug Motorsport im Hause Codemasters, so dass Patrick Callahan, unser Geldgeber und Druckmacher in GRID 2, sich dachte, dass man doch eine neue Rennserie ins Leben rufen könnte. Diese deckt zahlreiche Rennsportarten gleichzeitig ab und ermöglicht es einem einzigen Fahrer den ganzen Ruhm einzusacken.

Geschichte ohne Motivation

Diese Geschichte ist jedoch eher ein überflüssiges Beiwerk. Weder wird hier die Person des Spielers gezeigt, noch gibt es spannende Zwischensequenzen oder ähnliches. Man wird nicht richtig in ihren Bann gezogen. Bei GRID 2 geht es im Prinzip auch um nichts anderes als ein Rennen nach dem anderen zu fahren. Nach Abschluss einer WSR Saison wartet ein unheimlich spannendes und vor Genialität kaum zu übertreffendes Sportschau Video auf den Spieler und weiter geht es.

Klingt sarkastisch, ist es auch! Diese, in enger Zusammenarbeit mit dem ESPN entstandenen Videoschnipsel, sind weder witzig noch spannend sondern einfach nur überflüssig. Dazu kommt, dass es keine anderen Zwischensequenzen gibt oder andere Elemente, die eine Geschichte erzählen. Lediglich der Kommentator hat vor oder nach den Rennen ein paar Worte übrig. Im ganzen gesehen geht es jedoch einzig und allein darum, ein Rennen nach dem anderen zu fahren. Grundsätzlich ist das kein Problem. Können es doch andere Rennspiele ebenfalls bestens und bieten dabei noch eine Unmenge Spaß. Bei GRID 2 zieht sich das gerade zu Beginn der Karriere jedoch wie ein Kaugummi.

GRID 2 Preview Version Da absolviert man Saison eins als Sieger, kann auch in der zweiten Saison beweisen, dass man der Beste der Besten ist, doch alle in GRID 2 enthaltenen Spielmodi hat man noch immer nicht gesehen. Insgesamt warten fünf Saisons auf den willigen Rennspiel Fan. Doch bis es zu Beginn richtig losgeht dauert es lange. Bis man endlich die richtig schnellen Autos fahren darf vergehen unzählige Rennen. Für ungeduldige Naturen wird das zu einer echten Herausforderung. Bis so richtig die Post abgeht muss man hartnäckig sein und es zwängt sich der Eindruck auf, hier wurde bemüht eine lange Spielzeit rausgequetscht, ohne das richtig viel geboten wird.

Doch mit all dem kann ein echter Rennspiel-Fan leben. Wären da nicht noch weitere Einschränkungen, die so mal gar nicht zu dem passen, was sich der Entwickler auf die eigene Fahne geschrieben hat. Nachdem sich Codemasters Racing vollständig der Entwicklung von Rennspielen verschrieb, sollte man eigentlich erwarten dürfen, dass jetzt nur noch absolute Knaller kommen die sowohl Gelegenheitsspielern Spaß machen als auch denen, die eine größere Herausforderung suchen. Doch statt dessen wird auch bei GRID 2 mal wieder deutlich, dass hier nur das große Geschäft zählt.

Keine Cockpitperspektive und kein Rückspiegel?

Alle Race Driver Rennspiele besaßen eine Cockpitansicht. GRID 2 verzichtet darauf. Die Motorhaubenkamera muss als Ersatz dienen, was nach ein wenig Überwindung auch funktioniert, doch wo ist ein Rückspiegel? Den gab es in Race Driver GRID in der Stoßstangenperspektive oder Motorhaubenkamera auch nicht. Ebenso wenig in der Ansicht von hinten. Doch bot der Vorgänger diesen wenigstens der Cockpitansicht. Das diese bei GRID 2 komplett gestrichen wurde sorge bereits vor der Veröffentlichung für reichlich Ärger unter den Fans, das nun aber nicht mal ein virtueller Rückspiegel eingebaut wurde ist schwer verwunderlich und um so ärgerlicher. Ein ausgiebiges Rennerlebnis kann ich doch nur erleben, wenn ich auch auf die Gegner Rücksicht nehmen darf. Doch dazu wird mir nur ein simpler Pfeil geboten der grob anzeigt, wo sich jemand befindet.

n/a Insbesondere die LiveRoutes Rennen, in denen man nie weiß wohin die nächste Kurve führt, aber auch die anderen Modi, warten dabei förmlich auf einen Draufgänger am Lenkrad. So wird beispielsweise auch vom Kommentator stellenweise die Empfehlung ausgesprochen, lieber mal den Gegner mit einem kräftigen Schubser in die Bande zu drücken, anstatt fair zu fahren. Wer keine Erfahrung als rabiater Fahrer hat, kann sich glücklicherweise viel bei den computergesteuerten Gegnern auf der Rennstrecke abschauen.

Zwar ist die KI nicht dumm, doch das Wort Rücksicht kommt in ihrem Wortschatz nur bruchstückhaft vor. Da wird seitlich gerammt, von hinten ins Auto reingekracht und von der Strecke geschoben was das Zeug hält. Auch auf den schnelleren menschlichen Spieler wird nur selten Rücksicht genommen. Kommt man mit spürbar höherem Tempo von hinten und bremst sich sauber in eine passende Lücke, wird dennoch rigoros auf die Ideallinie gezogen. Erst wenn Kontakt zwischen den Autos herrscht und optimalerweise der Spielerfahrzeug schon am Schlingern ist, zieht die KI eventuell zurück.

Was GRID 2 positiv zugute gehalten werden muss ist eine fehlende Gummiband-KI. Das Fahrerfeld zieht sich meist auf. Dennoch scheint es nicht ganz mit rechten Dingen zuzugehen. Klar, ein oder zwei Fahrer sind immer besonders schnell. Leider dauert es, durch die stumpfsinnig agierenden restlichen Kontrahenten, zum Teil viel zu lange um sich von einem der hintersten Startplätze nach vorn durchzukämpfen. Bis man es endlich auf Position zwei oder drei geschafft hat, ist der Führende schon so weit vorn, dass die Aufholjagd ein sinnloses Unterfangen wird. Zu kurz sind die Rennen und zu schnell der Gegner.

Schafft man es doch, passiert manchmal das unglaubliche. Einmal vorbei, fällt der Gegner spürbar zurück. Erst war er übernatürlich gut um urplötzlich den Fahrersitz mit meiner Oma zu tauschen. Hier hätte Codemasters wesentlich mehr Feintuning betreiben sollen. Nur weil keine Gummiband KI vorhanden ist bedeutet das bei GRID 2 nicht, es würde durchweg fair gekämpft.

Der totale Mainstream

Apropos Fairness. Nicht jeder Fan von Rennspielen ist der geborene Simulationsfanatiker oder liebt knallharte Arcade Racer. Bei GRID 2 bleibt dem Käufer jedoch keine Möglichkeit das Fahrverhalten der Autos dem eigenen Geschmack anzupassen. ABS, ASR, Lenkhilfe, Bremshilfe, Ideallinie oder sonstige Fahrhilfen gibt es nicht. Ein Menü für derartige Einstelloptionen wurde gar nicht erst eingebaut. GRID 2 setzt jedem Spieler das gleiche vor. Und so ist das Fahrverhalten auch abgestimmt.

n/a Besser als in Race Driver GRID, steuern sich die Autos jetzt direkter, und von einem Eingabelag keine Spur. Teilweise geht das jedoch zu weit. So reagieren manche Fahrzeuge derart nervös, dass insbesondere auf engen Strecken wie an der Cote D'Azur Berührungen mit den Gegnern oder der Streckenbegrenzung an der Tagesordnung stehen. Zum Glück gibt es die Rückspulfunktion, die ordentlich verbessert wurde und den Frustfaktor ein wenig senkt.

Doch trotz aller Direktheit und dem stark auf den Massenmarkt ausgelegten Fahrverhalten, ermöglicht die Fahrzeugphysik spürbare Unterschiede der einzelnen Fahrzeuge. Alte Amischlitten sind schwer und damit träger inklusive geringerer Kurvengeschwindigkeiten, wogegen moderne Sportwagen agil unterwegs sind. Von einer Simulation ist GRID 2 dennoch weit entfernt. Das Fahrverhalten verzeiht viel. Fehler lassen sich gut korrigieren. Das aus GRID 1 bekannte, vorausschauende Fahren um die richtige Geschwindigkeit für jede einzelne Kurve zu haben, wurde bei GRID 2 deutlich reduziert. Selbst mit mächtig Geschwindigkeitsüberschuss lassen sich mit beherztem Bremseinsatz viele Kurven doch noch nehmen.

All das kommt auch dem Driftverhalten entgegen. Auch als weniger erfahrener Spieler können Autos, die in der Realität schwer zu bändigen sind, sauber in Schräglage gebracht werden und die Reifen dürfen qualmen bis das weiße zum Vorschein kommt. Doch halt, Reifenabrieb wird nicht simuliert - das wäre auch wirklich zuviel des guten - dafür aber bietet GRID 2 ein tolles Schadensmodell. Da fliegt mächtig was durch die Gegend wenn sich die Autos ineinander verkeilen. Es wird viel Blech verbogen, Türen fliegen auf und auch gern mal ganz ab. Reifen können platzen, doch dann muss auch sofort die Rückspulfunktion zum Einsatz kommen. Boxenstopps oder ähnliches gibt es nicht und das Schadenmodell wirkt sich direkt auf das Fahrverhalten aus, so dass ein stark demoliertes Auto bis ins Ziel eiern müsste.

Viel Abwechslung - nach langer Durststrecke

Hat man sich mit all den zuvor genannten Kritikpunkten arrangiert kann GRID 2 dennoch Spaß machen. Viele Spielmodi gestalten den Rennalltag abwechslungsreich. Dazu zählen herkömmliche Rennen, Duelle bei denen es heißt nur einen anderen Fahrer zu besiegen - auf der Ziellinie oder auch einfach nur mal durch mindestens 5 Sekunden Vorsprung auf der Strecke -, Überhol-Events in denen langsam fahrende Kolosse in Form von dicken SUV passiert werden müssen. Hierbei darf man bestenfalls weder die schleichenden Hindernisse noch den Streckenrand berühren um noch mehr Punkte zu sammeln. Daneben gibt es Ausscheidungsrennen und die schon vorab groß angekündigten, brandneuen LiveRoutes, in denen man mehrere Minuten in einer Umgebung fährt und dabei nie weiß, in welche Richtung es an der nächsten Ecke geht. Und auch Drift Events fehlen nicht. Gestrichen wurde dafür der Demolition Derby Spielmodus und auch das langweilige 24-Stunden Rennen von LeMans, das es im Vorgänger noch gab, existiert nicht mehr.

n/a Verzichten müssen Spieler leider auch auf jegliche Form des Tunings. Zwar dürfen die Autos mit Felgen modifiziert werden, doch das war es auch schon. Ansonsten gibt es nur noch die Möglichkeit verschiedene Lackierungen und Vinyle aufzutragen. Realistischer werden die Rennwagen mit den Sponsoren die zudem Fans bringen, wenn man ihre Aufgaben erfüllt. Tuning der Motoren, Spoiler, Schweller, Tieferlegung oder ähnliches gibt es bei GRID 2 jedenfalls nicht.

Ich wollt es wär' real

Die Atmosphäre innerhalb eines Rennens ist toll. Der Sound brüllt aus allen Lautsprechern, die Motoren klingen wie Motoren eben klingen und wenn es zu Kollisionen kommt, kracht und scheppert es ordentlich. Dabei sind ganz speziell die Surroundeffekte eine wahre Freude für die Ohren. Rast man die Berge und Serpentinen in Okutama hinunter, schreit der Motorenhall von hinten so realistisch, dass man schon fast Angst bekommt.

Bei der Musik ist hingegen Durchschnittskost angesagt. Weder schlecht noch auffallend gut oder mit besonders prominenten Stücken ausgestattet, dudelt im Spielmenü, also der virtuellen Garage - die man übrigens im Verlauf der Karriere auch mal wechselt - angenehm ruhige Begleitmusik. In den Rennen nervt manchmal die zum Ende hin zunehmend lauter werdende, treibende Musikuntermalung. Das mag nett gemeint sein, steigert den Adrenalinpegel und ist auch technisch gut umgesetzt, doch nicht jeder mag das.

Spielen in Gesellschaft

Getrennt von der Einzelspieler-Karriere, der World Series Racing, hat GRID 2 auch einen Multiplayer verbunden mit dem Online System RaceNet. Hier können einzelne Herausforderungen absolviert werden bei denen anschließend die eigenen Freunde zeigen dürfen, ob sie besser sind. Auch Rennen in verschiedenen Modi gegen menschliche Fahrer lassen sich bestreiten. Auf dem PC läuft das alles sehr gut, auf der Xbox 360 hingegen kommt es insbesondere bei Rennen gegen Menschen immer wieder zu Leistungseinbrüchen.

Wer keine Rennen über das Internet fahren kann oder möchte, darf dennoch mit einem Freund zusammen fahren. GRID 2 bietet wieder einen SplitScreen Modus, der bei vielen anderen Spielen inzwischen vollständig ausgemustert wurde.
 

Kommentare

 
Bewertung: n/a
 (2)    (0)
Immerhin gibts den Splitscreen noch! Jetzt muss nur noch der Preis niedriger werden, dann könnte ich mir einen Kauf sogar vorstellen. Immerhin scheint das Spiel ein bisschen in Richtung NFS Underground oder Juiced 2 zu gehen, auch wenn natürlich viel fehlt, wie z.B. ein umfangreiches Tuningsystem und dergleichen.
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Bewertung: n/a
 (1)    (0)
Hab mir mehr erwartet von GRID2, werds wohl irgendwann kaufen evtl., max. für 15€, so heiß bin ich da aber nicht mehr drauf.

Man bekommt immer weniger für sein Geld hab ich den Eindruck.
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