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Super Street: The Game Test

Super Street: The Game im Test: Gute Ansätze und doch total vergeigt


Alexander Weißgerber, 16.09.2018
Das Genre der Tuning-Rennspiele schwächelt in den letzten Jahren, so dass es sicher eine gute Zeit ist, um hier mit etwas Neuem zu punkten und den Fans von sowohl optischem als auch technischem Tuning sowie illegalen Straßenrennen neues Futter zu bieten. Genau das haben sich vermutlich auch die Entwickler von Super Street: The Game gedacht und in Kooperation mit Super Street, einem Magazin rund ums Tuning, eine Kooperation geschlossen.

n/a Kurzer Rückblick: Egal ob Need for Speed Underground, Midnight Club LA, Juiced oder ähnliche Vertreter des Tuning Genres, stets galt es mit illegalen Straßenrennen Geld zu verdienen, Ansehen zu bekommen und einen ansehnlichen Fuhrpark aufzubauen der aus kräftig getunten Fahrzeugen bestand. Das Fahrverhalten war grundsätzlich stark arcadelastig ausgelegt, die Tageszeit meist in der Nacht angesiedelt und die Individualisierungsoptionen reichhaltig.

Gegenwart: In Super Street The Game geht es vordergründig um genau das gleiche. Zu Beginn habt ihr ein stinknormales und ziemlich gammliges Auto, müsst verschiedenste Rennen absolvieren, sammelt damit Geld und Ansehen und könnte damit den rostigen Schlitten optisch, unter der Haube und im Innenraum aufmöbeln. Hinter all diesen Möglichkeiten steckt der Entwickler Team 6, den man eher mit weniger erquickenden Rennspielen assoziiert.

Ansprechender Einstieg

n/a Los geht es also mit der Auswahl eines Autos. Zur Wahl stehen hierzu acht nicht lizenzierte Fahrzeuge die optisch nur weit entfernt an real existierende Marken und Modelle erinnern. Nachdem ihr eure Wahl getroffen habt geht es direkt weiter in die Werkstatt und das Tuning kann beginnen. Der Umfang ist zwar überschaubar und dennoch gut, immerhin kann hier nahezu alles individualisiert werden.

Angefangen bei den Reifen und Felgen über Stoßstangen und Kotflügel bis hin zu Motorhaube, Spoiler und Dachhutze sowie technischen Verbesserungen wie Motor, Einspritzung, Turbo und Bremsen. Wem das noch nicht reicht, der darf auch den Innenraum individualisieren und selbstverständlich könnt ihr auch den Lack des Wagens frei nach Belieben gestalten. All das ist ansprechend dargestellt und wird lediglich durch die vollkommen überflüssigen und zudem stark fragwürdigen Crewmitglieder gestört.

Fragwürdige Crew

n/a Letztere bestehen durchweg aus extrem knapp bekleideten Frauen die sich lasziv in der Werkstatt bewegen. Einen echten Nutzen bieten sie nicht und die reine Präsenz erweckt schon einen faden Beigeschmack. Zwar sollen die vier Damen in unterschiedlichsten Bereichen besondere Erfahrungen mitbringen, sei es Tuning oder Marketing, doch Auswirkungen auf die Teileauswahl oder deren Preise gibt es nicht. Warum sie also überhaupt existieren ist unklar.

Damit komme ich auch direkt zum nächsten Punkt. Die Anbauteile und Motorenupgrades kosten natürlich Geld, welches durch Rennsiege verdient werden muss. Im Verlauf der sechzig Rennen umfassenden Karriere häuft man genug virtuelles Geld an, um dem Tuning ohne Einschränkungen nachgehen zu können. Notwendig ist das Fahrzeugtuning in jedem Fall, denn auch wenn die KI-Fahrer in den ersten fünfzehn bis zwanzig Rennen ohne weiteres zu schlagen sind, werden sie später so schnell, dass ohne Motoraustausch, Turboaufsatz oder Bremsenupgrade kein Sieg mehr in Reichweite ist.

Unausgereiftes Tuning

n/a Enttäuschung macht sich beim Tuning leider damit breit, dass sich die allermeisten Teile in ihren Aufwertungseigenschaften nicht unterscheiden. Lediglich bei den Motoren die ausgetauscht werden können unterscheiden sich die verschiedenen Aggregate technisch. Alle anderen Bauteile kosten zwar unterschiedlich viel Geld und sehen anders aus, haben in ihrer jeweiligen Kategorie jedoch alle die gleichen Aufwertungspunkte. An dieser Stelle hätte viel mehr Unterscheidung deutlich zum Spaß beigetragen.

Dumme KI und haarsträubende Fahrphysik

Genug über das Tuning gesprochen, denn schließlich ist der Kern eines Rennspiels das Bestreiten von Rennen. Doch genau hier kränkelt Super Street: The Game am stärksten. Die Spielumgebungen sind zwar ganz nett anzusehen, zudem gibt es sowohl Rennen bei Tag als auch bei Nacht. Doch was bringt das alles, wenn das Fahrverhalten der Autos so unterirdisch ist und die KI Gegner mit offensichtlich unfairen Mitteln und ohne jede Form von Intelligenz agieren?

n/a Hinzu kommt, dass selbst für ein Arcade Rennspiel die Steuerung und das Fahrverhalten von Super Street: The Game extrem Fehlerbehaftet und nicht nachvollziehbar ist. Ohne Bremsupgrade kommt mein Auto eigentlich gar nicht zum Stehen. Selbst mit Sportbremsen ist das gesamte Bremsverhalten aber auch nicht sonderlich viel besser. Weiter geht es mit dem total untersteuernden Fahrverhalten. Hat mein Auto nun Vorderradantrieb oder ist die Hinterachse angetrieben? Vielleicht arbeitet ja auch ein Allradantrieb unter der Karosserie. Sehen und spüren kann man das ganze jedenfalls nicht.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Autos kein spürbares Gewicht haben. Insgesamt reagiert das Auto zwar gut auf Lenkeingaben ist aber dennoch sehr träge. Manchmal spielt dabei die Physik komplett verrückt. So kann es passieren, dass bei Einsatz von Nitro auf einmal das Heck des Wagens in die Luft geht und ein wilder Abflug die Folge ist. Driften, auch wenn durch Texteinblendungen in den Ladebildschirmen immer wieder beworben, ist irgendwie auch nicht möglich. Egal ob als Scandinavian Flick ausgeführt oder durch die Handbremse initiiert, die Autos driften nur dann unkontrollierbar, wenn das Spiel meint, es zu wollen. Kurioserweise sammelt man Nitro auch dann, wenn der Wagen spürbar über die Vorderachse schiebend um Kurven eiert. Es wirkt also, als würde das Spiel selbst Untersteuern als Drift auslegen.

Kurze Karriere

Wie bereits erwähnt, umfasst die Karriere sechzig Rennen. Unterteilt sind diese in zwölf Herausforderungen die erst nach und nach freigeschaltet werden - durch sammeln von Reputationspunkten. Für Abwechslung sorgen verschiedene Rennmodi zu denen klassische Rundkursrennen gehören als auch Zeitrennen, Ausscheidungsrennen oder auch das finden der schnellsten Route zwischen auf der Karte platzierten Markierungen.

Bis zur letzten Herausforderung lässt sich Super Street: The Game zügig durchspielen. Die mangelhafte KI wirkt zwar bereits in den Rundstreckenrennen gegen bis zu fünf Gegnern bis zur vorletzten Herausforderung extrem nervig und unfair, doch so richtig haarsträubend wird es in der finalen Super Street Liga. Die beiden dort vorhandenen Rundkursrennen sind derart frustrierend, dass ich hierfür kaum die richtigen Worte finde. Scheinbar endlos gefüllte Nitro Tanks, stoisch in mich reinrasende Gegner sowie die unkontrollierbare Fahrzeugphysik sorgen für endloses Kopfschütteln.

Bis die Tür abfällt - aber bitte nicht hinhören

n/a Positiv hervorzuheben bleibt noch das Schadensmodell der Autos. Auch wenn ein total demolierter Wagen unverändert seine Bahn ziehen kann, sieht das ganze wenigstens ansprechend aus. Offen stehende Türen, abfliegende Karosserieteile und in Zeitlupe gezeigte Frontalunfälle sind nett anzusehen.

Den Sound sollte man hingegen komplett ignorieren. Egal ob Motorensound oder Umgebungsgeräusche sowie Kollisionstöne, alles wirkt blechern und überhaupt nicht authentisch. Damit könnte man sich eventuell noch arrangieren, wenn nicht immer wieder Soundaussetzer oder fehlerhafte Einspielungen wären. Es ist also ratsam den Sound auf niedriger Lautstärke zu "genießen".
 

Kommentare

 
Bewertung: n/a
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Danke für deine Review. Schade, dass das Spiel solche Macken hat!
Einen guten Punkt erwähnst du mit dem Feedback. Ich finde ja nicht mal das Forum von denen…
Kunos und SlightlyMad haben gezeigt, wie man *sehr* erfolgreich mit der Community zusammenarbeiten kann!
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Bearbeitet durch value1 (29.09.2018 um 9:35 Uhr)
Bewertung: n/a
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Laut Entwickler erscheint im Oktober das erste größere Update, mit dem auch einige der Physik-Macken angegangen werden sollen.
Es heißt also erstmal noch abwarten, was genau verbessert wird - ganz offenbar kommt die Kritik (wurde ja vielerorts geäußert) beim Entwickler an und es wird etwas dagegen unternommen.
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