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V-Rally 4 Test

V-Rally 4 im Test: Kein neuer Klassiker und doch ein solides Arcade-Rennspiel


Alexander Weißgerber, 09.10.2018
Einen alten Namen neu zu beleben und dennoch nicht im Schatten des Klassikers zu stehen ist nie leicht, stellte schon zahlreiche Entwickler vor Herausforderungen und birgt damit auch reichlich Gefahr, durch nostalgische Sicht nur verlieren zu können. Der auf Rennspiele spezialisierte Entwickler Kylotonn Racing Games hat sich dennoch an die Herausforderung gewagt, und mit V-Rally 4 einen Klassiker neu aufgelegt, der zum letzten Mal vor 15 Jahren auf heimischen PCs und Konsolen seine Runden drehte.

Inwieweit die Auferstehung positiv oder doch eher weniger gut vollzogen wurde beleuchtet der folgende Testbericht, bei dem die PC Version von V-Rally 4 zum Einsatz kam.

Die Optik stimmt

n/a Fange ich direkt mit dem an, was sofort sichtbar ist: die Grafik. Als Gerüst dafür dient die hauseigene Engine von Kylotonn, mit der schon die Rally Rennspiele WRC 6 und WRC 7 sowie das 2017 veröffentlichte FlatOut 4: Total Insanity zum Leben erweckt wurden. Auch in V-Rally 4 kommt also die Kt Engine zum Einsatz und beweist, dass man nicht auf die Unreal Engine oder Unity setzen muss, um auch als kleinerer Entwickler in der aktuellen Zeit ansehnliche Rennspiele zu präsentieren.

Klar, die farbliche Gestaltung ist stark subjektiv, doch rein von der Umgebung, der Vielfalt und der Darstellungsqualität kann sich V-Rally 4 defintiv sehen lassen. Die gerade angesprochenen Farben sind etwas gewöhnungsbedürftig, immerhin ist alles stark gesättigt und bunt wodurch sind kein realistischer Look ergibt, doch im Endeffekt machen das andere Entwickler nicht anders - man schaue nur mal in Richtung Forza.

n/a Da es bei V-Rally 4 keine offene Spielwelt gibt sondern ein Verlassen der vorgegebenen Strecke nur begrenzt möglich ist, konnte Kylotonn hier entsprechend detailliert zur Sache gehen. Somit sehen die einzelnen Umgebungen, egal ob in Amerika, China, Russland oder Europa angesiedelt, stets unterschiedlich aus und sind in einem sofort wiedererkennbaren Stil gehalten. Hinzu kommt, dass V-Rally 4 auch zahlreiche Wettereffekte nutzt und diese passend in Szene setzt. Regen, Sonne oder Schnee und auch der passende Sonnenstand, zu dem auch Nachtrennen gehören, sehen gut aus. Lediglich Dynamik fehlt hier, es gibt also keine Veränderung der Witterung oder Tageszeit im Verlauf eines Rennens.

Zugänglichkeit steht im Vordergrund

Von den Wettereffekten und Tageszeiten lässt es sich gut auf das Fahrverhalten überleiten, denn unterschiedliche Streckenbeschaffenheit sollte auch für ein verändertes Fahrgefühl sorgen. Das trifft bei V-Rally 4 zwar zu, jedoch nur eingeschränkt. Gut spürbar sind die verschiedenen Streckentypen, also Schotter und Asphalt. Ebenso fühlt es sich anders an, wenn ich bei Regen über aufgeweichte Schlammpisten jage oder der Grip auf dem Asphalt nachlässt, dennoch liegt der Fokus eindeutig auf Zugänglichkeit und Spielspaß ohne Kompromisse.

n/a Wer also eine Simulation erwartet hat, der ist bei V-Rally 4 falsch. Im Umkehrschluss heißt das aber auch nicht, es wird ein stumpfer Arcade Racer ohne jegliche Physikgesetze geboten. Auch wenn die Fahrzeugphysik und das damit verbundene Fahrverhalten sichtbar auf Spielspaß und schnelle Action ausgerichtet sind, kommen reine Vollgasfanatiker nicht über die erste Kurve hinaus. Ein beherzter Tritt auf die Bremse ist also dennoch wichtig, und auch die Lenkung und Handbremse sowie das Gaspedal sollten bewusst eingesetzt werden, sonst landet man schnell abseits der Strecke.

n/a Die Steuerung ist eingängig und bereitet damit von Anfang an Spaß macht. Das Auto reagiert so, wie man es erwartet und die Fahrt über Asphalt und Schotter gestaltet sich damit sehr erfreulich. Gegenüber der aus WRC 7 bekannten Physik wurden deutlich Einschränkungen vorgenommen, die das Arcade-Gefühl positiv beeinflussen.

Merkwürdig ist jedoch die Geschwindigkeitsanzeige. So kann man auch im Flug schneller werden oder selbst im Stillstand aberwitzige Geschwindigkeiten erzielen, wenn beispielsweise mein Auto auf einem Felsbrocken gestrandet ist und die Räder in der Luft hängen. Das erzeugt stellenweise auch ein falsches Beschleunigungsgefühl, wenn durch steigende Drehzahl innerhalb von Millisekunden angeblich mehr als einhundert Stundenkilometer erreicht werden.

Unkoordinierte Karriere

Ebenfalls verwirrend ist die Karriere. Niemand erwartet irgendwelche tollen Geschichten oder clevere Konstruktionen um eine Rennfahrerkarriere herum, doch etwas mehr Struktur würde V-Rally 4 wirklich gut tun. Denn was gerade interessant oder relevant ist, muss man stets selber entscheiden und wird damit immer wieder vor die Wahl gestellt, soll ich jetzt eine Rally bestreiten, ein Bergrennen fahren, mit dem Buggy durch die Gegend brettern oder eine Extreme Khana Herausforderung meistern.

n/a Daran ist sofort erkennbar, dass die Möglichkeiten vielfältig sind, die Entscheidung was man gerade fahren soll dafür um so schwerer. Zwar wird einem zu Beginn das ganze noch von einer netten Frauenstimme schmackhaft gemacht, sowie die Einführung vorbei ist stehe ich hingegen im sprichwörtlichen Regen. Ich soll also viele Rennen von einem Typ absolvieren und kann dann irgendwann eine Meisterschaft bis hin zu einer Weltmeisterschaft bestreiten. Doch auf einmal gibt es auf der Weltkarte keine Rally Rennen mehr zur Auswahl, weil ich aktuell lieber Bergrennen gefahren bin. Wie kommen nun neue Rally-Rennen auf die Weltkarte? Spiel neu starten und hoffen, dass sich die zufällige Auswahl an Herausforderungen so geändert hat, dass jetzt wieder Rally angeboten wird.

Vielleicht habe ich das ganze auch einfach nur falsch verstanden, doch der Karrieremodus ist nicht optimal und sollte dringend überarbeitet werden. Denn was bringt es mir, wenn ich neben meiner Karriere noch Ingenieure, Mechaniker und einen Manager einstellen kann, von deren Fähigkeiten aber keine Änderung im Verlauf der Auswahlmöglichkeiten erkennbar sind?

n/a Dazu kommt ein versteckter BWL Modus, der aber zum Glück sehr simpel gehalten wurde. Zumindest dann, wenn man sich nicht zu blöd anstellt und kräftig Siege einfährt. Schließlich gibt es ein sehr rudimentäres Wirtschaftssystem in V-Rally 4, welches mir als Fahrer abverlangt, durch Gewinne mein Konto mit virtuellem Geld zu füllen, dabei aber auch immer zu beachten, dass Rennteilnahmen Geld kosten können und auch meine eingestellten Mitarbeiter jede Woche ihren Scheck abholen kommen. Doch wie gesagt, Geldmangel gibt es nur dann, wenn man keine Siege einfährt. Mit Siegen lässt sich jedoch so viel Geld verdienen, dass schnell eine Million vor dem Komma steht und auch Reparaturen am Auto ohne zu zögern bezahlt werden können, denn Unfälle und daraus resultierende Fahrzeugschäden kosten auch Geld.

Fahren, upgraden, reparieren

Was genau ist also das Ziel in V-Rally 4? Rennen fahren, Geld sammeln, den Fuhrpark erweitern, Autos upgraden und Meisterschaften gewinnen, um schließlich Meister aller Klassen zu werden.

Das ist man, wenn man von allen verfügbaren Rennklassen sowohl alle Meisterschaften als auch Weltmeisterschaften siegreich abgeschlossen hat. Dabei sind die Herausforderungen bis auf Rally durchweg auch für Einsteiger zu meistern. Bei Rally Cross sind die Gegner aber teilweise so ruppig, dass man einfach nur schnell das Weite suchen muss und schon ist der Sieg sicher. Denn mehr als ruppig sind die Gegner hier nicht, Schnelligkeit und cleveres Fahrverhalten sucht man eher vergebens.

n/a Ähnlich verhält es sich bei Extreme Khana Herausforderungen und Bergrennen, die teilweise so leicht zu gewinnen sind, dass man hier schnell den Schwierigkeitsgrad erhöht. Auch die Buggyrennen, die stark an Baja erinnern, sind keine große Sache und damit auch für Anfänger ohne Frust zu meistern.

So aufregend wie zunächst die vielen verschiedenen Modi auch klingen, so abwechslungsreich die unterschiedlichen Länder in ihrer Präsentation und den damit verbundenen Rennen auch sind, und so interessant das Upgradesystem mit der Freischaltung neuer Teile nach Absolvierung vorgegebener Renntage auch sein mag, nach relativ kurzer Zeit fängt V-Rally 4 an, diese augenscheinliche Abwechslung einzuschränken, weil das Repertoire an vorhandenen Strecken begrenzt ist und auch der Fuhrpark sichtbare Grenzen hat. Um beispielsweise die Bergrennmeisterschaft und den Weltmeistertitel zu holen, fährt man immer und immer wieder die gleichen Strecken. Und um ein Auto erfolgreich mit mehr Potential zu versehen muss es immer und immer wieder gefahren werden, damit man die benötigten Renntage zusammen bekommt, um neue Upgrades freizuschalten.

n/a Das alles wird auf Dauer ein wenig zu monoton, begründet aber womöglich auch die Entscheidung der Entwickler, den Karrieremodus so aufgebaut zu haben, dass man ständig zwischen den verschiedenen Renntypen hin und her wechseln kann.

Sound für zwischendurch

Das alles ist somit nicht oscarverdächtig aber auch nicht schlecht. V-Rally 4 macht sowohl spielerisch als auch optisch eine ordentliche Figur. Beim Sound ist es nicht anders, wenn auch hier alles relativ durchwachsen wirkt.

n/a Im Menü dudelt immer wieder das gleiche Lied, was wirklich nervtötend ist. Zum Glück kann man die Menümusik deaktivieren, und dann geht es nur noch um Motoren, Beifahreransagen in Rally-Rennen und alle weiteren Geräusche, die einem als Fahrer im Auto so begegnen. Schotter der in die Radkästen und unters Auto geschleudert wird, aufheulende Motoren, Kollisionssounds. Letztere klingen zwar eher wie mit einem Pappkarton erzeugt, doch der Rest passt, so dass beim Fahren ohne Unfälle die Soundkulisse in Ordnung geht.

Spielspaß auch mit Freunden

n/a Hat man die Einzelspielerkarriere vollständig absolviert gibt es noch einen Online-Modus bei dem man um schnelle Zeiten gegen andere echte Fahrer antritt.
Ist auch das nicht mehr spannend genug sorgt ein Splitscreen Modus für Abwechslung, bei dem vor einem PC gegen einen Freund Rennen gefahren werden.
 

Kommentare

 
Bewertung: n/a
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Schön, noch etwas Leben hier. Smile

Danke für den Test!
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V-Rally 4 Logo

  • PC:
    25.09.2018
    PlayStation 4:
    06.09.2018
    Xbox One:
    06.09.2018
  • Webseite: Web-Link
  • Entwickler: Kylotonn Games
  • Publisher: Bigben Interactive
  • Testbericht Lesen

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